Lokales

Mit Regenschirm und dicken Socken ins Freibad

KIRCHHEIM Das Wetter spielt mal wieder verrückt. Während die Flüsse über die Ufer treten, traut sich

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SARAH MEDER

die Sonne kaum hinter den grauen Regenwolken hervor. Diese halten sich seit Wochen beständig und jedes Tief scheint ein weiteres hinter sich herzuziehen.

Die häufigsten Begleiter bei allen, die dieses Jahr ihren Sommer in Deutschland verbringen, sind wohl Regenschirm und Mantel. Derweil bleiben Bikini und Badehose im Schrank und vor allem viele Bademeister in den Freibädern scheinen so langsam an ihrem Beruf zu zweifeln. "Dieses Jahr ist es wirklich trostlos", heißt es aus dem Wendlinger Freibad. "Wer kommt schon auf die Idee, bei so einem Wetter baden zu gehen?"

Nur die ganz hartgesottenen Schwimmer hält auch der trübste Regentag nicht davon ab, ihre Bahnen zu ziehen. "Die schwimmen bei jedem Wetter und sind ganz begeistert", meint Schwimmmeisterin Wartmann aus Wendlingen. Denn das Wasser sei ja trotzdem schön warm, und an Platz mangelt es an solchen verregneten Sommertagen bestimmt auch nicht.

Doch diese eisernen Badegäste können auch das Schwimmbad in Kirchheim längst nicht füllen. "Im Vergleich zu letztem Jahr haben wir rund 30 Prozent weniger Besucher", schätzt Waldemar Tesahl, der Kassenwart im Kirchheimer Schwimmbad. Regelmäßig kommen auch die Rentner mit ihren Dauerkarten, um sich im Wasser fit zu halten. Jugendliche sieht man jedoch kaum. "Die legen sich ja sonst hauptsächlich in die Sonne, bräunen sich, springen ab und zu mal ins Wasser oder spielen Volleyball", so Tesahl. "Das macht bei Regen natürlich keinen Spaß." Doch kaum wird das Wetter schöner, überwiegen wieder die jungen Leute, die sich im Freibad ihre Zeit vertreiben.

Nur der Bademeister im Dettinger Hallenbad kann sich nicht über den Regen beschweren. Zwar bleiben die Außenliegeplätze hauptsächlich leer, aber im überdachten Badebereich tummeln sich Kinder, Eltern und Rentner, die sich kraulend, tauchend und plantschend das Becken teilen. "Alles was in den Freibädern bei diesem Wetter fehlt kann man hier bei uns finden", zeigt sich der Schwimmmeister zufrieden. Nur Sonne sucht man auch hier vergeblich. Da bleibt jetzt zu hoffen, dass der Sommer vielleicht doch noch Einsicht zeigt und in den nächsten Tagen anstatt Regen und Kälte noch einmal Sonne und warme Temperaturen schickt. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn Mitte September schließen die meisten Freibäder ihre Pforten.