Lokales

Mit Susi durch das Paradies

Falknerei, Wellness, Rad- und Wanderwege – Landkreis Esslingen wirbt auf der CMT mit Vielfalt

foto: roberto bulgrin       17. 01. 2015Leinfelden Echterdingen, Messe Stuttgart, Presserundgang Landkreis Esslingen auf der CMT
foto: roberto bulgrin 17. 01. 2015Leinfelden Echterdingen, Messe Stuttgart, Presserundgang Landkreis Esslingen auf der CMT

Kreis Esslingen. „Sie will was erleben. Deshalb geht sie gerne mit.“ Geduldig erklärt Falkner Wolfgang Weller den Gästen, dass seine Eule

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Harald Flößer

Susi bei ihm in der Wohnung aufgewachsen und von Kindesbeinen an Menschen gewohnt sei.

Die beiden von der Burgruine Hohenneuffen gehören zu den besonderen Attraktionen in Halle 6 auf der CMT. Und sie stehen für den Erlebnis-Faktor, mit dem der Landkreis Esslingen und seine Kommunen auf der weltgrößten Publikumsmesse für Touristik wirbt. „Was wir hier haben, ist richtig klasse“, sagt Vize-Landrat Matthias Berg. Das finden offenbar auch immer mehr Gäste. 2013 sprang für die Gastronomiebetriebe im Kreis ein sattes Plus von neun Prozent heraus, was 1,3 Millionen Übernachtungen bedeutete. Für 2014 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. „Aber bis September hatten wir nochmals ein Plus von rund neun Prozent“, erklärt Berg bei einem Rundgang durch die CMT.

Etwa drei Viertel der Besucher kommen seinen Angaben zufolge aus einem Umkreis von 100 Kilometer. Ziel sei es vor allem, Gäste von noch weiter her in den Landkreis zu locken, für einen Kurzurlaub oder auch nur ein verlängertes Wochenende. „Den Drei-Wochen-Urlaub gibt es bei uns noch nicht“, stellt Berg fest. Obwohl es so viel zu erkunden und zu erleben gibt, dass es auch während einer so langen Zeit mit Sicherheit keinem langweilig würde.

„Gemeinsam in die Zukunft“ lautet das Motto für den Landkreis und seine touristischen Partner. Direkt im Eingangsbereich, am Stand der Region Stuttgart Lounge, präsentiert sich der Verein Schwäbisches Streuobstparadies. Geschäftsführerin Maria Schropp und viele ehrenamtliche Helfer führen die Besucher in eine einmalige Landschaft – und in eine Genusswelt. Da gibt es jede Menge zu probieren: einen exklusiven Digestiv auf der Basis sonnengereifter Birnen, einen Secco von der Knorpelkirsche, die es nur im Ermstal bei Bad Urach gibt, oder die neuen Streuobst-Apfel-Chips, das leckere „Paradies in der Tüte“.

Ein weiterer Kooperationspartner ist der Tourismusverband Schwäbische Alb. Unter dem Slogan „Komm’ und entdecke das Land des Löwenmenschen“ soll auf die bemerkenswerten Urzeitfunde angespielt und die Alb als touristisches Ziel präsentiert werden. Vernetzen, Mittel bündeln, Synergieeffekte nutzen, seien die Ziele des neuen gemeinsamen Auftritts, sagt der stellvertretende Landrat. „Einer allein schafft es nicht.“

Ein Schwerpunkt ist diesmal der Radtourismus. Der Landkreis hat seine sechs ausgearbeiteten Radtouren erstmals in einer Broschüre zusammengefasst. Premiere hat auch der neue Flyer für den frisch mit vier Sternen ausgezeichneten Neckartal-Radweg. Dieses Zertifikat sei bislang europaweit nur 51 Mal verliehen worden, so Berg. Weil immer mehr Radler auf Elektro-Unterstützung setzen, macht der Landkreis auch mit beim Projekt „E-Bike-Region Stuttgart“. Dieser Trend sei „deutlich im Kommen“.

Das Freilichtmuseum in Beuren kann zu seinem 20-jährigen Bestehen mit einer besonderen Attraktion aufwarten: einem mehr als 200 Jahre alten imposanten Bauernhaus aus Gäufelden-Öschelbronn. „Damit lässt sich unser Museum ganz neu erleben“, verspricht die Leiterin Steffi Cornelius. Dieses Jahr wollen sie und ihr Team Eigenarten und Eigenheiten präsentieren, die als typisch schwäbisch gelten, vom Spätzlemachen bis zum Tüfteln.

Mit jeder Menge Prospekten und Tipps für einen erlebnisreichen Besuch wartet die Reichsstadt Esslingen an ihrem Stand in Halle 6 auf. „Unsere Stadtführungen sind der Renner“, sagt Michael Scheu. Gut 40 000 Menschen haben sich im vergangenen Jahr bei Themenführungen von den Reizen der Stadt verzaubern lassen. Ein neuer Anziehungspunkt sei der Dicke Turm, der seit vergangenem Sommer für Besichtigungen offen steht. Klein, aber fein – darauf setzt seit gut zehn Jahren das Wellness-Zentrum im Wernauer Quadrium. „Wir bilden eine Nische und setzen auf das Gemütliche, das Familiäre“, sagt Bürgermeister Armin Elbl. Mit Erfolg. 90 000 bis 100 000 Besucher schätzen das marokkanische Ambiente. In einer anderen Liga spielt mit 600 000 Gästen pro Jahr die Pano­rama Therme in Beuren. Rechtzeitig zum Beginn der Messe ist der neue Eingangsbereich fertig geworden. Die kleine Gemeinde am Albrand hat nach Angaben von Bürgermeister Erich Hartmann dafür vier Millionen Euro investiert.