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Mit "viel Kreativität" zurück zu den Wurzeln

172 Bewerbungen waren fristgerecht eingegangen. Nach der Sichtung der Unterlagen hat der Vorstand der Kirchheimer Volkshochschule 15 Kandidaten interviewt. Von diesen wiederum kamen drei in die Endausscheidung. Am Montagabend schließlich hat die Mitgliederversammlung bereits im ersten Durchgang Susanne Voigt zur neuen vhs-Leiterin gewählt.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Wer sich künftig eingehend mit der Kirchheimer Volkshochschule beschäftigt, wird gleich kostenlos Nachhilfe in deutscher Rechtschreibung bekommen. Dabei geht es dann um eine rheinische Spezialität das so genannte "Dehnungs-i". Der Name "Voigt" wird nämlich mit langem "o" gesprochen (wie "Vogt"), als gäbe es das "i" gar nicht. Gleichwohl bezieht die Diplom-Pädagogin Susanne Voigt in einem knappen halben Jahr ihren neuen Kirchheimer Dienstsitz nicht im Vogthaus, sondern im Spital.

Susanne Voigt wurde 1958 in Freiburg geboren und das ist auch der Grund, warum sich die Leiterin der Volkshochschule im nordrhein-westfälischen Gummersbach um die Stelle in Kirchheim beworben hat. "Wir wollten wieder nach Süddeutschland, zurück zu den Wurzeln", sagte die verheiratete Mutter von drei Kindern gestern am Telefon. Vermutlich wird Susanne Voigt ihre neue Stelle im Januar 2006 antreten. Bis dahin muss sie an ihrer jetzigen Dienststelle der Volkshochschule Gummersbach alles in Ordnung bringen: "Ich möchte die Einrichtung nicht Hals über Kopf verlassen."

An der Kirchheimer Volkshochschule schätzt die künftige Leiterin die "hohe Unterrichtskapazität" einer "tollen Einrichtung". Sie möchte aus den Ressourcen schöpfen und das Vorhandene fortführen und weiterentwickeln. "Ich komme nicht von außen und trample als Elefant durch den Porzellanladen", verspricht Susanne Voigt behutsames Vorgehen, wobei sie aber trotzdem "mit viel Kreativität" ans Werk gehen will.

In der Erwachsenenbildung bringt sie schon mehr als 20 Jahre Erfahrung mit, die sie im Raum Köln und Bergisch Gladbach gesammelt hat. Schwerpunkt ihres Pädagogikstudiums war neben der Erwachsenenbildung die außerschulische Jugendbildung. Vor sechs Jahren wurde Susanne Voigt Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeiterin an der vhs Gummersbach, seit vier Jahren ist sie deren Leiterin. Bei ihrer Aufgabe in Kirchheim habe sie es deshalb mit Strukturen zu tun, "in denen ich mich auskenne".

Letzteres war für Ludwig Kirchner, den Vorsitzenden des Vereins Volkshochschule Kirchheim, eine wichtige Voraussetzung, um die Geschäftsführerstelle die nach dem Ausscheiden von Peter Michael Kösters schon seit zehn Monaten vakant ist wieder zu besetzen. "Ich denke, dass wir einen guten Start hinbekommen", zeigte er sich davon überzeugt, dass die Mitgliederversammlung die richtige Personalentscheidung getroffen hat. Es sei damit zu rechnen gewesen, dass noch einige Monate vergehen, bevor Susanne Voigt ihr Büro im Kirchheimer Spital beziehen kann: "Wir hatten in der engeren Auswahl nur Bewerber, die in Lohn und Brot stehen. Da gelten die entsprechenden Kündigungsfristen, sodass es etwas dauern kann."

Die Planung der Volkshochschule hatte aber bereits im vergangenen Sommer eine Übergangsfrist bis zum Jahreswechsel 2005/2006 vorgesehen, bevor die Leiterstelle neu besetzt wird. Insofern liegt die Kirchheimer Bildungseinrichtung innerhalb des selbst gesteckten Zeitrahmens, indem sie am Montagabend die Weichen für die Zukunft frühzeitig gestellt hat. Die Interimszeit unter der kommissarischen Leitung von Gerhard Fink werde bis zum Dienstantritt von Susanne Voigt weitergehen, gab Ludwig Kirchner gestern bekannt: "Wir sind guter Dinge." Gleiches gilt für die Zeit ab 2006 mit der neuen Leiterin. "Die Stimmung nach der Entscheidung war gut", stellte der Vereinsvorsitzende fest.