Lokales

Mit voller Kraft in die vierte Amtszeit

Der Beurener Schultes ist ein Macher, einer, der das Ruder in der Hand hält und die Richtung bestimmt. Darüber waren sich alle Gäste einig, die sich in der Beurener Kelter eingefunden hatten, um die vierte Amtseinsetzung von Erich Hartmann mitzuerleben.

SYLVIA GIERLICHS

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BEUREN Als außergewöhnlich bezeichnete Bernhard Klaß, stellvertretender Bürgermeister Beurens, die Leistungen Hartmanns für die kleine Gemeinde am Albtrauf. Fast war sich Klaß nicht mehr so ganz sicher, ob es nicht irgendwo einen zweiten Hartmann gibt, denn: "Ich sehe zwar immer nur einen, aber Sie arbeiten mindestens für zwei", sagte er augenzwinkernd.

"Erich Hartmann gehört zu den Schaffern im Land", bescheinigte auch Landrat Heinz Eininger dem Beurener Schultes großen Arbeitseifer. Er überreichte Hartmann die Wahlprüfungsurkunde und erinnerte die Gäste zuvor an die Wahl im Oktober, bei der Hartmann es schaffte, knapp 50 Prozent der Beurener an die Wahlurnen zu bringen. 99,2 Prozent der Bürger hätten schließlich für ihren Bürgermeister gestimmt. "Klasse", fand Eininger.

Hartmann sei es durch seinen guten Draht unter anderem zu den Landtagsabgeordneten gelungen, einige Finanztöpfe für die wichtigen Beurener Projekte anzuzapfen. "Die Investitionen konnten trotzdem nicht aus der Portokasse bezahlt werden", sagte der Landrat und erinnerte daran, dass Beuren derzeit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro hat. Er bezeichnete dies jedoch als "gute Schulden", denn sie seien eine Investition in die Zukunft der Gemeinde.

Sollten nun auch noch die Hotelpläne realisiert werden, sei die Gemeinde dem Prädikat "Bad" ein weiteres Stück nähergekommen. Die Portalfunktion, die Beuren im künftigen Biosphärengebiet haben wird, eröffne zudem weitere Möglichkeiten, sich als einen Ort darzustellen, an dem es sich gut leben lasse. Hartmann wird auch in den nächsten acht Jahren das Ruder des Beurener Schiffs fest in die Hand nehmen.

Ein nicht unbeträchtliches Stück des Weges ist Hartmann während der letzten drei Amtszeiten auch mit dem Rektor der örtlichen Grundschule, Helmut Lay, gegangen. Nicht immer im Gleichschritt, wie Lay in seinem Grußwort gestand. Er schätzt am Bürgermeister dessen Zuverlässigkeit und Sachlichkeit. Sichtlich freute sich der so gelobte Schultes über diese Worte und die zwei Buben, die ihm ganz aufgeregt am Akkordeon ein Ständchen brachten.

Ein wenig weiche Knie habe er schon, denn die Position am Rednerpult sei etwas ungewohnt, bekannte Albrecht Pröbstle freimütig. Als Vertreter der Vereine freute er sich über die gelungene Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die beispielsweise mit dem Brunnenfest jährlich unter Beweis gestellt wird. Damit Hobby-Segler Hartmann die Gemeinde Beuren auch in Zukunft durch ruhige und stürmische Wasser steuern kann, überreichte Pröbstle ihm, zum großen Vergnügen der Gäste, eine schmucke Kapitänsmütze.

"Sollte mir das Ruder einmal entgleiten oder Zweifel darüber aufkommen, wer hier in Beuren Bürgermeister ist, dann setze ich die Kappe auf und marschiere damit durch den Ort", versprach Hartmann. Dass Beuren etwas Besonderes ist, habe er schon vermutet, als er sich vor 24 Jahren erstmals um das Amt des Bürgermeisters beworben hatte: "Meine Vermutungen haben sich bewahrheitet." Wahltag sei Zahltag und die hohe Wahlbeteiligung, die die Bürgermeisterwahl im vergangenen Herbst verzeichnen konnte, habe ihm viel bedeutet: "Ich war schon gespannt, wie Sie nach der dreijährigen Bauphase während der Ortskernsanierung und ungünstigen Rahmenbedingungen den Bürgermeister beurteilen", sagte Hartmann. Stolz ist er auf den Zusammenhalt innerhalb der Bürgerschaft, wie er sich in der Bürgerinitiative "Pro Tunnel" gezeigt hat. Viele Erfolge der Gemeinde seien jedoch nur möglich gewesen, weil der Gemeinderat der Verwaltung großen Handlungsspielraum eingeräumt und auch selbst immer vollen Arbeitseinsatz gezeigt habe.

Als Geschäftsführer der Panorama Therme zog Hartmann eine positive Bilanz: "Wir sind dazu verdammt, schwarze Zahlen zu schreiben, da wir niemanden haben, der etwaige Verluste abfangen könnte." Pro Jahr zieht das Bad rund 600 000 Besucher an, und so sei der Betrieb in der Lage, weiter in die Therme zu investieren.