Lokales

„Mitmachen oder Ausbluten“

Weilheimer Gemeinderat gibt grünes Licht für Werkrealschule am Bildungszentrum Wühle

Die Hauptschule im Bildungszentrum Wühle in Weilheim soll vom kommenden Schuljahr an in eine Werkrealschule umgewandelt werden.

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Anke Kirsammer

Weilheim. „Mitmachen oder Ausbluten“, lautet die Devise von Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle in punkto Werkrealschule. Der Gemeinderat entschied sich wie zuvor schon die Schul- und die Gesamtlehrerkonferenz für Ersteres. „Wer keine Werkrealschule anbietet, wird Schüler verlieren“, so der Rathauschef. Er geht davon aus, dass die Zweizügigkeit in Weilheim auf lange Sicht gewährleistet ist. Zwar sinken die Schülerzahlen in Weilheim und Hepsisau in den nächsten Jahren, doch ist geplant, den Schulbezirk, zu dem bislang Holzmaden und Neidlingen gehören, um Bissingen zu erweitern. Die dortige Hauptschule ist nur noch einzügig. Wie Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle gestern auf Anfrage mitteilte, wird sich der Gemeinderat demnächst mit dem Thema befassen. Durch die Erweiterung des Schulbezirks sollen sich Schüler der Seegemeinde künftig zwischen der Hauptschule am eigenen Wohnort und der Werkrealschule in Weilheim entscheiden können. Mit der Umwandlung der Weilheimer Hauptschule ändere sich die räumliche Situation der Wühle nicht nennenswert, betonte Züfle. Für die Schüler, die den mittleren Bildungsabschluss anstreben, wird ein weiteres Klassenzimmer benötigt. Schulleitung und Verwaltung gehen aber davon aus, dass dies mit den vorhandenen Räumen gelöst werden kann.

Für Schulleiter Christian Birzele-Unger liegt die Umwandlung der Hauptschule auf der Hand: „Die Werkrealschule ist ein wichtiger Baustein im Bildungsangebot des Verwaltungsraums Weilheim.“ Zudem bringe die Weilheimer Hauptschule dank ihres Profils gute Voraussetzungen mit. Die Schule arbeitet in zwei Projekten bereits mit dem Kreisjugendring als Partner zusammen, so mit der Kompetenzwerkstatt in Klasse sieben und seit Februar dieses Jahres auch in der Berufseinstiegsbegleitung. Dabei werden schwächere Schüler vom zweiten Halbjahr der achten Klasse an bis ins erste Lehrjahr hinein individuell unterstützt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen gibt es insgesamt lediglich neun Schulen, die dieses Angebot wahrnehmen. Außerdem wies Birzele-Unger auch auf bereits vorhandene Kooperationen mit der Realschule und außerschulischen Lernorten wie Gewerbeverein, Wirtschaft und Handwerk hin. Ob Haupt- oder Werkrealschule – ein Ziel bleibe in jedem Fall erhalten: Die Jugendlichen sollten nach dem Verlassen der Schule in der Lage sein, eine Ausbildung zu absolvieren.