Lokales

Mobile Insel für Kinder in Not

Eine mobile "Kelly-Insel" in Form eines Autos soll künftig Kinder unterstützen und das Präventionsprojekt Kelly-Inseln im Kreis Esslingen bekannter machen. Das Auto dient zudem als Anlaufstelle für Kinder in Not.

KREIS ESSLINGEN Eine Insel mit Palme ist auf die Kühlerhaube und die Seiten des Autos gemalt. Der Kopf der Palme stellt eine verfremdete Polizeikelle dar, auf der "Ich helfe dir" steht. Das Kelly-Mobil wurde als bundesweit erstes Mobil seiner Art auf dem Pausenhof der Grundschule Bonlanden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anzeige

"Das Kelly-Mobil ist eine neue Form der Sensibilisierung für den Schutz und zum Wohl unserer jüngsten Mitbürger", erklärte der Geschäftsführer der Alexandra-Sophia-Stiftung, Ralf Berti. Das Auto wurde den Initiatoren des Projekts Kelly-Insel, zu denen auch die Polizei gehört, von der Kreissparkasse Esslingen/Nürtingen und dem Autohaus Briem übergeben. Auch die laufenden Kosten tragen die beiden Sponsoren, für Benzinkosten kommt die Stiftung auf.

Diese Zusammenarbeit lobte Oberbürgermeister Peter Bümlein: "Die Vernetzung für das Wohl unserer Kinder ist etwas besonderes." Die Kelly-Inseln seien mittlerweile weit über die Grenzen der Fildern hinaus bekannt: "Die Idee hat große Beachtung gefunden." Täglich soll das Mobil künftig im Kreis unterwegs sein. Ähnlich wie die Kelly-Inseln, die in Form von Geschäften, Bank-Filialen und anderen öffentlichen Einrichtungen Kinder in Notfällen unterstützen, dient auch das Mobil sowohl als Anlaufstelle für Kinder in Not als auch als Informationsplattform für Erwachsene und zur Sensibilisierung. Das Mobil soll außerdem an Festen und Veranstaltungen präsent sein.

Das Projekt Kelly-Inseln steht unter der Schirmherrschaft von Lothar Späth, Pate des Projekts ist zudem neuerdings der erfolgreiche Wendlinger Sprinter Tobias Unger.

Auch der Kreisseniorenrat unterstützt die Kelly-Inseln. "Elterliche Fürsorge, pädagogische Arbeit der Schulen und polizeiliche Prävention werden gebündelt für eine sichere und kinderfreundliche Gesellschaft", heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung. Polizeioberkommissar Paul Mejzlik von der Kriminalprävention der Polizei Esslingen stellte in der Vorstandssitzung des Kreisseniorenrats in Kirchheim den Gedanken vor und warb für die Unterstützung des Projekts durch Seniorinnen und Senioren als Vermittler zwischen Kommunen, Polizei und Geschäften. Im Sinne einer "Hinschaugesellschaft" griff der Vorstand diese Möglichkeit des gemeinsamen Wirkens auf. Die Mitglieder und die Kommunen sollen auf die Möglichkeit und Wichtigkeit einer Zusammenarbeit hingewiesen werden. Dabei können auch die Vermittlungsbörsen, die es in zahlreichen Gemeinden gibt, mitwirken. Es kam zum Ausdruck, dass nicht nur Kinder und Jugendliche in einer sicheren, geborgenen Umgebung zu leben wünschen, sondern dass dies für alle Menschen, insbesondere auch Senioren, gilt.

eva/pm