Lokales

"Moderate Erhöhung"

Das Wasser in Notzingen wird teurer. Grund dafür ist die komplette Umstrukturierung der Wellinger Wasserversorgung. Zwar müssen die Gebühren um 40 Cent erhöht werden, dank der Senkung der Abwassergebühr von 20 Cent trifft die Kostensteigerung die Bürger jedoch weniger hart.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Dass am Tag X etwas Negatives auf uns zukommt, war uns schon in dem Moment bewusst, als wir den Startschuss für die Wellinger Wasserversorgung gaben", stimmte Notzingens Bürgermeister die Räte auf das ungeliebte Thema Gebührenerhöhung ein. Bislang müssen die Notzinger und Wellinger 1,50 Euro pro Kubikmeter Wasser bezahlen, ab dem kommenden Jahr sind es jedoch 1,93 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Erfreulicherweise kann die Bodenbachgemeinde jedoch die Abwassergebühren von 3,20 Euro je Kubikmeter ab 2007 auf 3 Euro senken. Diese Zahlen ergeben sich inklusive der Mehrwertsteuer. "Auf den Bürger kommt unterm Strich im Wasser- und Abwasserbereich eine Erhöhung von 4,70 Euro auf 4,93 Euro pro Kubikmeter zu. Dies ist als Folge der recht großen Investition in die Wellinger Wasserversorgung zu vertreten", erklärte Jochen Flogaus.

"Bei einer Investition in Höhe von rund 800 000 Euro habe ich befürchtet, dass die Gebühren wesentlich höher ausfallen. Auch wenn es schmerzt, so sind wir doch noch mit einem blauen Auge davongekommen", zeigte sich Herbert Hiller positiv überrascht. Ganz klar habe die Senkung der Abwassergebühr Schlimmeres verhindert.

Der Schultes erinnerte an die Solidargemeinschaft, denn obwohl die Investition auf Wellingen bezogen ist, bezahlen auch die Notzinger dafür. "Die Wellinger haben vor Jahren aber auch Notzinger Wasser gezahlt", gab Jochen Flogaus zu bedenken.

"Die Kosten wären so oder so auf uns zugekommen. Die Gebührenerhöhung war deshalb unausweichlich", erklärte Günter Barz. In die Wellinger Eigenwasserversorgung hätte in ähnlicher Höhe investiert werden müssen, wobei unklar gewesen wäre, wie lange sie sich noch hätte aufrechterhalten lassen können. "Der nun beschrittene Weg ist der bessere erst recht langfristig gesehen", ist er überzeugt und zudem von dem moderaten Gebührenaufschlag positiv überrascht.

Ähnlicher Ansicht ist auch Hans-Joachim Heberling. Man habe ursprünglich mit ganz anderen Zahlen kalkuliert. "Die Erhöhung ist akzeptabel", so seine Aussage. Auch Eduard Bosch ist "summa summarum angenehm überrascht". Eine Erhöhung sei zwar immer schmerzhaft, mit dem Ergebnis könnten die Notzinger und Wellinger jedoch leben.

Seit Ende September ist Wellingen an die Landeswasserversorgung angeschlossen und laut Aussage von Jochen Flogaus hätte der Großteil der Bürger bemerkt, dass anderes Wasser durch ihre Leitungen fließt und seien mit der Qualität sehr zufrieden.