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Möglichst zügige Umsetzung wird angestrebt

Mit dem Thema "Bebauungsplan Ottenäcker-Hafenkäs" hatten sich die Mitglieder des Kirchheimer Ratsgremiums einmal mehr zu befassen. Bei vier Enthaltungen und drei Gegenstimmen votierten die Gremiumsmitglieder mit klarer Mehrheit für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Änderungsbeschluss.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Auf den Flächen zwischen der Landesstraße 1200 im Norden und dem Alten Friedhof im Süden beabsichtigen der Verein Zieglersche Anstalten Wilhelmsdorf und die GmbH Evangelische Altenheime in Baden-Württemberg gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) als Verfahrensträger, ein Seniorenzentrum sowie Seniorenwohnungen zu errichten. Die hier neu errichteten Pflegeeinrichtungen dienen als Ersatzneubau für das in der Bismarckstraße gelegene Henriettenstift.

Planungsamtsleiter Dr. Oediger zeigte den Mitgliedern des Gemeinderats in seinem Sachvortrag die Grundzüge der Planung auf und machte noch einmal deutlich, dass der Maßnahmenträger an einer möglichst zügigen Umsetzung der Planung des Seniorenheims mit jetzt 84 Pflegeplätzen, Kurzzeitpflegeplätzen und integrierter Tagespflege interessiert ist.

Die von ursprünglich einmal anvisierten 120 Plätzen reduzierte Planung des Ersatzneubaus für das Henriettenstift sieht einen zweigeschossigen Flachdachbaukörper mit begrüntem Dach vor. Das Seniorenzentrum und die projektierten Seniorenwohnungen beschränken sich dabei auf die Fläche des ehemaligen Gärtnereigeländes.

Für die CDU-Fraktion begrüßte Stadtrat Oliver Riethmüller, dass es in dieser Ecke jetzt losgeht, hoffte aber zugleich, dass es auch gelingt, den inzwischen ja verkleinerten Baukörper beispielsweise durch den Einsatz von Holzelementen und Fassadenbegrünung besser in die vorhandene Umgebung zu integrieren.

Während er sich dafür aussprach, die Offenlegung der Weppach möglichst weiter zu verfolgen, sieht SPD-Stadtrat Peter Bodo Schöllkopf im Blick auf den vorhandenen Querschnitt durchaus Probleme. Als sinnvoll bezeichnete auch er es, sich weitergehende Gedanken über die Gestaltung des hier entstehenden Gebäudekomplexes zu machen, der seiner Meinung nach durchaus auch dreigeschossig ausgeführt werden könnte.

Dass die Planung möglichst in einem Zug umgesetzt wird und sich bald etwas tut, lautete die von Stadtrat Ulrich Kübler für die Freien Wähler formulierte Hoffnung. Ganz besonders begrüßte er, dass die vorliegende Planung keine Durchfahrtsmöglichkeit zum neuen Henriettenstift vorsieht. Er votierte dafür, dass im Blick auf die dadurch einhergehende Gefährdung der derzeit noch vorhandenen Friedhofsmauer auf eine komplette Öffnung der Weppach verzichtet wird.

Dass hier etwas geschieht, wurde für die Grüne Alternative von Stadträtin Sabine Bur am Orde-Käß begrüßt, die ebenfalls bedauerte, dass nicht eine dreigeschossige Bebauung realisiert wird. Dem Vorschlag, die Weppach möglicherweise als Kastenprofil zu öffnen, konnte sie zustimmen, machte zugleich aber deutlich, dass eine betonierte Rinne nicht in Frage kommen dürfe, sondern das Wasser der Weppach versickern können müsse.

Als problematisch bewertete Stadtrat Bernhard Most (FDP / KiBü) die Öffnung der Weppach. Da die in diesem Bereich vorgesehenen Grünflächen bei großen Beerdigungen ohnehin immer zugeparkt würden, zeigte er sich überzeugt davon, dass auf die Umsetzung dieses Grünbereichs durchaus verzichtet werden könne.

Bei aller signalisierten Bereitschaft, die vorgebrachten Wünsche einer modifizierten Gestaltung weiter zu leiten, sprach sich Planungsamtsleiter Dr. Oediger abschließend klar dagegen aus, schon im Rahmen des Aufstellungsbeschlusses Details der für betreutes Wohnen vorgesehenen Bebauung festzuzurren. Bei drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen erfolgte der Beschluss mit klarer Mehrheit. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, eine frühzeitige Bürgerbeteiligung durchzuführen und Stellungnahmen der durch die Planung berührten Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einzuholen.

Ein von der Fraktion Grüne Alternative gestellte Antrag, das Baufenster auf dem Grundstück Weppachweg 15 aus dem Bebauungsplan "Ottenäcker-Hafenkäs" herauszunehmen, hatte zuvor bei 24 Gegenstimmen keine Mehrheit erhalten.