Lokales

Mörikelieder, Orgelklang und ein Vortrag über Landpfarrer

Im Jubiläumsjahr "300 Jahre Kirche Ochsenwang" wird es am kommenden Sonntag im Dorf auf dem Breitenstein einen musikalischen Sommertag geben, der sich rund um die Kirche ereignet.

BISSINGEN Auftakt wird um 10.30 Uhr ein musikalischer Gottesdienst sein mit Kompositionen für Orgel und Flöte von Tomaso Albinoni und Francesco Borsanti. Der Chor wird unter anderem eine Kompositionsuraufführung von Martin Dratz aus Kirchheim singen, die dieser anlässlich des Kirchenjubiläums an Ochsenwang gewidmet hat.

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Der Nachmittag beginnt um 15 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Reiner Strunk aus Denkendorf. Hierbei wird es um die "Landpfarrer im Alten Württemberg" gehen, worunter sich auch Eduard Mörike befand, der zwischen Januar 1832 und Oktober 1833 in der Gemeinde Ochsenwang als Pfarrverweser gewirkt hat. Der Kinderchor aus Hepsisau hat hierzu Vertonungen von Gedichten Mörikes einstudiert. Der musikalische Teil des Nachmittags beginnt um 16 Uhr mit Kirstin Kares aus Bretten, Simone Woll aus Stuttgart und Holger Best aus Neustadt. Sie alle sind im Umkreis von Kirchheim wohl bekannt und werden als Streichtrio auf Barockinstrumenten Werke von Leopold Hofmann (1738 1793), J. F. Braun (1759 1824) und Jakob Klein d. J. (um 1700) zu Gehör bringen.

"Orgelklang aus Ochsenwang" steht über der Abendveranstaltung. Um 19.30 Uhr beginnt KMD i. R. Ernst Leuze und wird das Geheimnis des etwas überdimensionierten Orgelprospektes der Ochsenwanger "Domorgel" lüften. Mit Bezirkskantor Ralf Sach und der Altistin Rose Menzel aus Heidelberg gibt es dann nochmals Musik satt: "Orgelmusik auf dem Dorf" aus dem 18. und 19. Jahrhundert wird erklingen, Musik, wie sie auch in der Ochsenwanger Kirche einmal üblich war, von Komponisten wie Justin Heinrich Knechts (1752 1817), Franz Abt (1819 1885), Georg Andreas Sorge (1703 1778), Johannes Brahms (1833 1897), Max Reger (1873 1916), Friedrich Silcher (1789 1860), Vinzenzo Bellini (1801 1835), Joseph Haydn (1732 1809) und anderen.

Zwischen den Veranstaltungen bleibt genug Zeit, an das eigene leibliche Wohl zu denken, Ochsenwang und seine Umgebung zu genießen, einen sommerlichen Spaziergang zu machen zum Breitenstein, zum Randecker Maar oder zum Mörikefelsen.

Im Mörikehaus, der Kirche gegenüber, werden Mörikes Stuben zu besichtigen sein. Außerdem zeigt eine kleine Ausstellung im EG Bilder der Ochsenwanger Kirche, meist entliehen aus den Wohnstuben der Ochsenwanger. Hier gibt es auch "Andenken" zum Jubiläumsjahr: Kerzenhalter oder Schalen mit Mörikes Gruß an die Kirche in Ochsenwang, hergestellt durch eine Keramikerin aus dem Ort. Die Broschüre "300 Jahre Kirche Ochsenwang" gibt, neben wunderschönen Abbildungen, einen genaueren, zum Teil humorvollen Überblick über die Geschichte der Kirche.

Spenden im Jubiläumsjahr 2006 werden zu Instandhaltung der Kirchenfenster verwendet.

pm