Lokales

Momentaufnahmen aus der Klausur

Um "Bestandsaufnahme und Visionen," gewissermaßen um eine "Agenda 2010 à la Schlierbach", ging es kürzlich auf einer Klausurtagung des Gemeinderats, über die Bürgermeister Paul Schmid in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichtete.

JOACHIM KRUG

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SCHLIERBACH Finanzen und Dienstleistungen, Infrastruktur und Städtebau, aber auch Schule und bürgerschaftliches Engagement waren nur einige der behandelten Themen.

"Eine Bestandsaufnahme und Visionen" so umschrieb Bürgermeister Paul Schmid den Inhalt einer Klausurtagung des Schlierbacher Gemeinderats, den dieser kürzlich abhielt. Die Zeit der nächsten fünf Jahre und darüber hinaus aus Sicht von Verwaltung und Gemeinderat sei ins Visier genommen worden. Schmid machte aber deutlich, dass es sich immer nur um eine Momentaufnahme handeln könne, denn man müsse jederzeit flexibel bleiben.

"Die Infrastruktur Schlierbachs wurde in der Vergangenheit stark erweitert," konstatierte Schmid. Als Beispiele nannte er die Schule, neue Kindergärten, beziehungsweise ihre Renovierung, die Turn-und Festhalle und die Kläranlage, die Sporthalle und die Aussegnungshalle auf dem Friedhof. "Trotzdem dürfen wir die Füße nicht hochlegen," auch die Zukunft bringe neue Herausforderungen, besonders unter dem Gesichtspunkt einer schwieriger werdenden finanziellen Situation. "Die Gemeinde muss handlungsfähig bleiben," forderte der Schultes. Problematisch werde die Erhöhung der Kreisumlage, aber auch das Land greife über den Finanzausgleich in die Gemeindekassen.

Interfraktionell, so Schmid, seien drei Punkte abgehandelt worden: erstens Finanzen und Dienstleistungen; zweitens Infrastruktur, Städtebau und Umwelt sowie drittens Schule, Soziales, Jugend und bürgerschaftliches Engagement.

Zu Punkt 1 nannte Schmid unter anderem die beginnende Bauhoferweiterung, die Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs bis 2010, Unterhaltung gemeindlicher Gebäude, Verkauf von Gemeindebesitz und Bildung von Rückstellungen, die bis 2010 gesetzlich vorgeschrieben werden. Schmid setzte sich darüber hi-naus für ein zentrales Bürgerbüro, für ein Angebot elektronischer Formulare und eine Verbesserung des Angebots preiswerter Wohnungen ein. Zweitens zählt Schmid eine weitere Verbesserung des Kanalnetzes und der Wasserversorgung durch Austausch überalterter Leitungen, die Sanierung des Gebrüder-Weiler- Kindergartens und den Heizungs-Anschluss der Turn-und Festhalle an die Schule.

"Schlierbach muss aber auch attraktiver werden," beispielsweise durch bessere Grünanlagen, die Ortskernsanierung zusammen mit der Kommunalentwicklung Baden-Württemberg entsprechend bestehender Sanierungsrichtlinien, die Verbesserung des Wohnumfelds, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Schul- oder dem Hallendach und die Erweiterung des Gewerbegebiets "Schopf" mit Hilfe der Anlieger seien nötig. Hinsichtlich der Situation von Kindergärten, Schule und Jugendförderung befinde sich die Gemeinde in einem Experimentierfeld. Bürgerschaftliches Engagement, beispielsweise bei der Jugendbetreuung durch Ältere, sei gefragt.

Für Schmid ist alles nur eine Bestandsaufnahme, die Verwirklichung könne nur nach und nach erfolgen. Mit in die Überlegungen der Gemeinde müsse nach Ansicht Karl Weilers (CDU) die Landwirtschaft aufgenommen werden. Sie sei in Schlierbach immer noch gesellschaftlich relevant. Diesem Vorschlag schloss sich der Bürgermeister nachdrücklich an.