Lokales

Monat der Weltmission eröffnet

Das Leid anderer Menschen lindern und voneinander lernen

Unter der Beteiligung zahlreicher Gäste fand in der katholischen Kirche Sankt Ulrich die Eröffnung des Monats der Weltmission der Diozöse Rottenburg-Stuttgart statt. Weihbischof Johannes Kreidler, der ghanaische Bischof Gabriel Ano­kye aus der Partnerdiözese der Kirchheimer Kirchengemeinden Obuasi und der Missio-Projektpartner Pfarrer Thomas Adamu aus Nigeria feierten gemeinsam mit den Gläubigen einen Gottesdienst, der in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war.

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Giew maschajechi

Kirchheim. Mit Gabriel Anokye und Johannes Kreidler hatte die Kirchheimer Kirchengemeinde die Ehre, gleich zwei hohe Würdenträger zu empfangen. Die Kirche stehe im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens, so Bischof Kreidler in seiner Predigt. Dank der Unterstützung könnten die Diözesen in Afrika unterstützt werden, um so das Leid der Menschen zu lindern. Von der Partnerschaft profitierten jedoch nicht nur die Gemeindemitglieder in Afrika. Von deren lebensbejahender Art könne auch die Kirchheimer Gemeinde lernen.

Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst durch den Chor der katholisch-ghanaischen Gemeinde Stuttgart. Das anschließende Mittagessen, zu dem afrikanische Köstlichkeiten gereicht wurden, bot Gelegenheit, sich untereinander kennenzulernen und sich über die Projekte zu informieren, mit denen die Diözesen in Afrika unterstützt werden.

In einer Ausstellung in den Räumen des Gemeindehauses wurden den Gästen die Erfolge der bisherigen Entwicklungsprojekte präsentiert. Begonnen habe die Unterstützung mit einem Pilotprojekt in Kamerun, erklärt Ann O´Callahan vom Arbeitskreis Afrika der Kirchengemeinde Sankt Johannes in Nürtingen.

„Damals wurden Computer an Schulen installiert.“ Nun unterstütze man die Schulen darüber hinaus weiter, berichtete Ann O´Callahan. Im vergangenen Jahr reisten Mitglieder des Arbeitskreises nach Nigeria, um dort einen solarbetrieben Brunnen zu errichten. Trotz des Ölreichtums gehört Nigeria zu den führenden Ölproduzenten Afrikas und die Bevölkerung leide unter bitterer Armut und besonders unter Wassermangel.

„Wir packen ganz unten an und daher ist der persönliche Kontakt sehr wichtig“, erklärte Ann O´Callahan. Man wolle jedoch die Eigenständigkeit der Menschen erhalten und fördern. Die Dorfbewohner müssten sich daher selbst um den Erhalt des Brunnens kümmern und für das Wasser bezahlen, denn auch in Afrika gelte der Grundsatz: „Was nichts kostet, taugt auch nichts“. Behinderungen von Seiten der Regierungen bei der Ausführung ihrer Projekte seien bis jetzt nicht aufgetreten. Deren Verhalten sei vielmehr durch Desinte­resse für die Armen geprägt. „Das ist den Regierenden einfach egal“. In einigen Ländern gäbe es zwar Brunnenprojekte der Regierung und es stünden auch moderne Maschinen bereit, nur müsse derjenige, der einen Brunnen möchte, auch dafür bezahlen. Dies sei in den von bitterer Armut gezeichneten Ländern Afrikas eine reine Utopie.