Lokales

"Moralisches Gewissen"



ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM "Sie haben rasch bemerkt und sich darauf eingerichtet, dass das kommunale Geschehen und die Aufgaben der Stadt nicht nach juristischen Gesichtspunkten, sondern im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und die Entwicklung der Stadt zu entscheiden sind", bescheinigte Bürgermeister Hermann Bauer dem Stadtrat. Narrs juristischen Fachverstand, sein fundiertes Allgemeinwissen und seine Menschenkenntnis bezeichnete der Schultes als beste Grundlagen für angemessene und tragfähige Entscheidungen. "Bei allen wichtigen Fragen war es dem Gemeinderat und mir wichtig, dass Ihre Zustimmung als Grundlage und gewisse Kontrolle signalisiert war." Der Rathauschef umschrieb den Juristen als eine Art "moralisches Gewissen". Er habe im Gemeinderat häufig zur Versachlichung und Beruhigung der Gemüter beigetragen. Folgerichtig sei Narr zum zweiten Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt worden, musste das Amt aber wieder abgeben, weil landesweit die Gewaltenteilung zwischen Verwaltung und Justiz streng vollzogen wurde.



Narr, ältestes Mitglied des neu gewählten Gemeinderats, nutzte seinerseits die Gelegenheit zu einer kurzen Rückschau: "Wir haben eine stolze Bilanz vorzuweisen." Er ermutigte seine Ratskollegen aber auch dazu, in schwierigen finanziellen Zeiten etwas mehr Mut zum Risiko zu haben.