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Motivation und Hingabe versprechen "Gänsehautfeeling"

Für die Jugendlichen des Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasiums und der Musikschule Kirchheim wird es langsam ernst. Die Aufführung des Musicals "Jesus Christ Superstar" vom 26. bis zum 29. Juli in der Kirchheimer Stadthalle rückt immer näher. Jetzt standen Probetage auf dem Programm.

KIRCHHEIM Bei den Probetagen am LUG ging es heiß her. Dies kann man zweideutig sehen, da sowohl die Temperatur als auch die Proben wirklich "heiß" waren. Um die immer knapper werdende Zeit in der heißen Phase möglichst gut zu nutzen, fing das Singen und Musizieren um 9 Uhr morgens an und endete erst um 18 Uhr. An den ersten beiden Tagen ging es darum, die beiden Chöre und das Orchester zusammenzuführen. So hieß es für alle Beteiligten zu singen, zu spielen, zuzuhören, aufeinander zu hören und viel Konzentration mitzubringen.

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Das war bei den beachtlichen Temperaturen, der stickigen Luft und der großen Menschenmasse auf engem Raum nicht unbedingt einfach. Doch es funktionierte schon nach kurzer Zeit recht gut. Das gesamte Stück konnte somit einmal komplett gemeinsam durchgespielt werden. Das gab vielen Mitwirkenden wieder neue Motivation, da sie merkten, dass sich der große Konditions- und Zeitaufwand rentierte.

Die zwei anderen Tage waren für die Vertiefung von Choreografie, Abläufen, Texten und Tönen bestimmt. Vom Orchester war an diesen beiden Tagen nur noch die Rhythmusgruppe gefragt, die als Fundament für den Gesang diente und den Chören mit viel Geduld und Engagement zur Verfügung stand. Auch die leitenden Personen der Musicalproduktion waren wieder voller Eifer am Werk. Die Musical-Stars sind in der heißen Phase des Projekts angelangt: Alles läuft auf Hochtouren, die Probentage in Erpfingen rücken immer näher und ebenso die Aufführungen in der Stadthalle Kirchheim.

Auch wenn sich die Mitwirkenden der Musikschule und des LUG vor den Probetagen nicht kannten, funktionierte die Zusammenarbeit super. Man kam schnell ins Gespräch, denn die "Musik verbindet alle", wie Chormitglied Tabea Seybold so schön sagte. Alle verfolgen dasselbe Ziel: das Publikum vom 26. bis 29. Juli in der Stadthalle zu begeistern und in Staunen zu versetzen.

Die Proben für das Musical "Jesus Christ Superstar" werden nun immer intensiver und damit auch anstrengender für alle. Jedoch beklagt sich keiner, alle sind eifrig und mit Freude bei der Sache. Walter Pech kann seine "Schäfchen" immer wieder von neuem motivieren, die Stimmung untereinander ist ausgelassen und es entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft. Nicht einmal in den Pausen können die Spieler die Finger von den Instrumenten lassen, da werden ausgelassen sämtliche Stücke gespielt oder einfach improvisiert, und auch die Sänger greifen spontan zum Mikrofon. Viele der Mitwirkenden, die zum Teil schon jahrelang beim Chor oder Orchester dabei sind, kannten das Stück vor Beginn der Proben im letzten Jahr nicht.

Mittlerweile können sie sich aber gut in die Charaktere hineinversetzen und vermitteln Zuhörern und Zuschauern richtiges "Gänsehautfeeling". In den Gesichtern der Darsteller sieht man die Hingabe, mit der sie ihre Rollen spielen und auch im Orchester spielen die Musiker nicht nur vom Blatt. Die Aussagen und Emotionen werden mit der begleitenden Musik betont und mit der Choreografie werden die Darsteller gekonnt in Szene gesetzt. Man merkt, wie alle die Musik nicht nur lieben, sondern leben.

Ein weiteres wichtiges Element des Musicals ist die Maske. Sie dient zum Ausdruck unterschiedlicher Charaktere und zum Herausheben der Gesichtskonturen. In der Maske gibt es verschiedene Bereiche. Zunächst wird bei allen Solisten, Schauspielern und dem gesamten Chor die Grundmaske geschminkt. In der Grundmaske werden alle wichtigen Gesichtskonturen farblich unterzogen, sodass es auch in der Ferne sichtbar ist. Hauptrollen, die einen bestimmten Charakter spielen, bekommen dazu noch die Charaktermaske. Sie dient zum Herausheben von genau diesem Charakter. So werden beispielsweise kalte oder herzlose Menschen blass oder bleich geschminkt. Die Maske wird selbstverständlich mit dem dazugehörigen Kostüm abgestimmt.

Bei dem Musical "Jesus Christ Superstar" übernimmt die Maske eine Hobby-Maskenbildnerin aus Kirchheim, die von Schülern des LUG unterstützt wird. Die Schminke, mit der gearbeitet wird, ist spezielle Theaterschminke aus Hamburg. Bei den Aufführungen haben die Maskenbildner alle Hände voll zu tun, denn die Maske muss während des Stücks ständig nachgeschminkt werden.

Während der Probetage setzt sich die Maskenbildnerin mit den einzelnen Charakteren auseinander, so dass am Ende bei den Aufführungen alles perfekt läuft.

Anne Wiesinger, Georg Pech,Tina Kazmaier und Anna Wilder