Lokales

Mundart-Festival zu Ehren der Teck

Der Aufforderung der "Semsagrebsler" zum inbrünstigen Mitsingen kam das Publikum umgehend nach: "Kein schöner Land in dieser Zeit" erklang vielstimmig im Hof der Teck. Mit zahlreichen Gästen und viel Polit-Prominenz feierte der Schwäbische Albverein das 50-jährige Bestehen des Wanderheims auf der markanten Burg.

IRENE STRIFLER

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OWEN Im "wunderschönen Wanderheim" hieß Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß die Gäste willkommen zum Mundartfestival am Samstag anlässlich des Jubiläums. 4 000 Besucher hatten bei der Einweihung vor 50 Jahren den Weg auf die 775 Meter hoch gelegene Burg gefunden. Zur Jubiläumsfeier, die sich über das ganze Wochenende hinzog, lag die Zahl der Besucher ebenfalls im vierstelligen Bereich. Dennoch war die Atmosphäre innerhalb der schützenden Gemäuer ausgesprochen familiär. Kein Zweifel: Die über dem Lautertal thronende Burg mit dem sanierten Wanderheim, seit kurzem unter neuer Leitung, erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Pflege des Areals obliegt der Ortsgruppe Owen des Albvereins, und "Burgvogt Maier" hatte für das Großereignis am Wochenende den Garten perfekt vorbereitet, der inmitten der Reste der alten Ringmauer aus dem Mittelalter liegt. Der Aussichtsturm auf der Teck stammt aus dem Jahr 1889. Die Idee, dort ein Wanderheim als Einrichtung des Albvereins zu errichten, wurde im Jahr 1940 geboren und Jahre später in die Tat umgesetzt. Seit einem halben Jahrhundert betreibt nun der Albverein sein Wanderheim auf diesem markanten Punkt.

Als "Wahrzeichen im Land" und "einen der schönsten Flecken im Kreis" pries Landrat Heinz Eininger die Teck, als er auch im Namen der Bürgermeister aus der Nachbarschaft das Wort ergriff. Ohnehin sei der Kreis Esslingen der schönste im Land, meinte er keck und forderte damit neben viel Beifall auch den leisen Widerspruch einiger "Zugereister" heraus. Den jedoch parierte er mit der Bemerkung, er sage dies nicht, weil er dafür bezahlt werde, sondern, weil es nun mal stimme. Zur Schönheit gesellt sich Bedeutung: Der Landrat verwies auf die Tatsache, dass auch die Wiege des Schwäbischen Albvereins im Kreis stand. Der traditionsreiche Verein wurde 1888 in Plochingen gegründet. Nun seien der Albverein und alle Gäste zu gleich zwei glanzvollen Anlässen auf dem Burgberg, der längst zu einem sensiblen Punkt im Miteinander von Natur und wachsendem Freizeitbedürfnis geworden ist, versammelt: Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Wanderheims und zur Verleihung der Sebastian-Seiler-Medaille an Manfred Rommel.

Beide Ereignisse wurden mit einem Feuerwerk an Höhepunkten aus schwäbischer Mundartpflege und Brauchtum begangen. Für Farbe auf der Bühne und im Burghof sorgten Volkstanzgruppen, darunter die Volkstanzgruppe aus Neidlingen, während sich die Ohren an passenden musikalischen Darbietungen, teils mit Texten auf Schwäbisch, erfreuen konnten. Inhaltliche Pointen wurden durch pfiffige Wortbeiträge in Dialekt gesetzt, mit von der Partie im Reigen der Mundartkünstler war auch Lokalmatador Karl Glasstätter.

Am Sonntag wurde das Programm auf der Teck mit einem Gottesdienst im Burghof eröffnet, den der Owener Posaunenchor mitgestaltete. Wer die magische Anziehungskraft der Teck, die der Schwäbische Albverein preist, bislang noch nicht gespürt hat, der bekam an diesem Wochenende zweifellos eine Ahnung davon. Selbst das Wetter passte sich dem Anlass an: Wanderfreundliche Temperaturen und einzelne Regentropfen sorgten dafür, dass die Gäste beim steilen Anstieg nicht zu sehr ins Schwitzen gerieten, und die gute Sicht entschädigte neben dem Programm für so manche Mühen.