Lokales

Musik mit Botschaft

OWEN Nach vierzehn Jahren Leitung des Owener Kirchenchors wurde Hanna-Maria Bertram in den Ruhestand verabschiedet. Mit einer beeindruckend musizierten Kantate wurde im Gottesdienst ein Schlusspunkt unter eine gute Zeit gesetzt.

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Einer Musikerin mit Worten zu danken, ist schwer möglich. So hat sich der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Owen mit einer musikalisch herausfordernden Kantate von seiner langjährigen Leiterin verabschiedet. Von einem Kammerorchester mit Musikern aus der Umgebung unterstützt, kam das Werk "Meine Seele ist stille" von Fanny Hensel im Owener Gottesdienst zur Aufführung. Die Schwester des berühmten Felix Mendelssohn Bartholdy hatte diese Kantate zum ersten Geburtstag ihres Sohnes komponiert. Dies betonte bei einer kurzen Werkseinführung die scheidende Chorleiterin, die selbst Mutter von sechs Kindern ist.

Im Namen des Chors dankte Karin Warth für den langjährigen Einsatz Hanna-Maria Bertrams, der sich in einer qualitativ hochwertigen Chorarbeit niedergeschlagen hat. Zugleich betonte sie auch deren ganz persönliches Engagement: "Sie nahmen mütterlichen Anteil am Ergehen der Chormitglieder, besuchten unsere Kranken und erinnerten immer wieder an die, die nicht mehr mitsingen konnten." Hanna Bertram sei es auch immer wichtig gewesen, die textliche Botschaft der geistlichen Werke genauso ernstzunehmen wie die Musik selbst.

Auch größere Chorwerke von Bach und Reger wurden unter Bertrams Leitung einstudiert. Aber der Schwerpunkt blieb bei der musikalischen Bereicherung von Gottesdiensten, wie auch Hochzeiten und Trauerfeiern. Im Alter von 66 Jahren hatte die in Esslingen wohnende Künstlerin beschlossen, ihr nebenamtliches Engagement als Owener Kirchenchorleiterin zu beenden. Mit der Zeit, die sie dadurch gewinnt, möchte sie sich einsamer Menschen annehmen.

Der Laienchor der Owener Kirchengemeinde hatte schon vier Wochen zuvor langjährigen Sängerinnen und Sängern danken können, die bereits seit bis zu 60 Jahren aktiv mitsingen. Dass wie vielerorts auch in Owen der sängerische Nachwuchs fehlt, ist bedauerlich. Dennoch wird der Chor ab Herbst unter neuer Leitung weitermusizieren.

eg