Lokales

Muskelkraft gefragt

KIRCHHEIM Da braucht es schon ganz schön "Schmalz" in den Muskeln der rund 30 benötigten Männer, um so einen Maibaum zwischen 25 und 30 Metern in die Höhe zu stemmen.

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Die Muskelkraft war zunächst in Nabern gefragt, wo die örtliche Feuerwehr gefordert war und der Musikverein für eine stramme Einmarschmelodie sorgte. Und dann hatten die Naberner noch mit einer großen "Unbekannten" zu kämpfen. Das Fernsehen hatte sich angesagt, um die Tradition des Maibaumaufstellens auch via Bildschirm in die Wohnzimmer zu bringen. Und die Fernsehleute brachten die Naberner zwischenzeitlich ganz schön auf "Betriebstemperatur". Die Musiker mussten gleich zweimal die vorgegebene Strecke stramm marschieren, hatte doch beim ersten Durchgang bei den Fernsehleuten irgend eine Kleinigkeit nicht funktioniert.

So ihre liebe Not hatten auch die Landfrauen Bissingen-Nabern mit ihrem "Kemmgabla-Tanz". Zur Freude der zahlreichen Zuschauer in der Naberner Ortsmitte wurden auch die Frauen "genötigt", ihren Tanz nochmals zu wiederholen. "Kemmgabla", selbst für Schwaben nicht mehr so bekannt, sind eine Art Rechen, mit dem der auf den Feldern ausgebrachte Mist verteilt wurde.

Kein Mist wurde in der Kirchheimer Fußgängerzone verteilt, die Aufstellung des Maibaums war allerdings nicht weniger schweißtreibend wie die in Nabern. Jeder Handgriff sitzt und doch ist es immer wieder eine erneute Herausforderung für die Mitglieder des Trachtenvereins, den Maibaum von der Waagrechten in die Senkrechte zu bringen. Mit dem Pferdefuhrwerk wurde der Maibaum herangekarrt, traditionell begleitet vom Spielmannszug der Feuerwehr und am "Tatort" spielte die Jugendkapelle der Stadtkapelle Kirchheim auf. Nachdem der Baum endgültig und sicher in der Senkrechten stand, waren die Goiselschnalzer und die Trachtengruppen an der Reihe. Mit zahlreichen Volkstänzen wurde das begeisterte Publikum im Zentrum unterhalten.

stä/Foto: Jean-Luc Jacques