Lokales

Mutige Ritter und eine Amazone

Das Showteam Kaiser präsentiert sein Mittelalter-Programm auf dem Ziegelwasen

Zum allerersten Mal ist das Schopfheimer Showteam Kaiser zu Gast in Kirchheim. In ihrer Rittershow zeigen die Darsteller noch bis Sonntag mittelalterliche Turnierwettkämpfe und Kunststücke mit dem Feuer.

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Alexander Kappen

Kirchheim. „Auf in den Sattel ihr Memmen, Mann gegen Mann, dann wird sich zeigen, wer der Bessere ist“, fordert der dunkel gekleidete, finster dreinblickende Mann zwei weitere Männer auf. Das Schopfheimer Show-Team Kaiser macht dieses Wochenende Station auf dem Kirchheimer Ziegelwasen und führt jeden Abend um 19 Uhr ein 90-minütiges historisches Ritterturnier auf. „Wir haben für den halben Sommer ein Gastspiel in Österreich bekommen und touren vorher durch Süddeutschland“, sagte Geschäftsführerin Cornelia Kaiser, die als Moderatorin im mittelalterlichen Gewand durchs Programm führt. Vor einigen Wochen hatte man bereits in Esslingen, Filderstadt und Weil der Stadt Halt gemacht. „Wir sind die allererste deutsche Rittershowgruppe und treten bereits seit den 80er-Jahren auf“, sagt Cornelia Kaiser. Mittlerweile gibt es bundesweit rund zehn Gruppen, die Ritterveranstaltungen aufführen.

Zur Premiere von „Die Ritter von Camelot“ auf der Anlage des Kirchheimer Reitvereins kamen rund 100 Gäste, die auf den beiden aufgebauten Tribünen rund um das Turnierfeld Platz nahmen. „Leider ist das Wetter recht bewölkt, sodass uns das sicher einige Besucher gekostet hat. Ich hoffe am Wochenende auf besseres Wetter und noch mehr Schaulustige“, sagte Cornelia Kaiser. Bei stärkerem Regen würde die Aufführung wohl ausfallen, da das Showprogramm viele Feuerelemente besitzt. Aber die Prognosen der Meteorologen sind vielversprechend.

Mit ihrer mobilen Burgkulisse rund um den Reitplatz sorgen die Zirkusfamilie Kaiser und ihre Mitarbeiter für mittelalterliche Atmosphäre.

Die fünf Showreiter, Stefan Kaiser als Bösewicht „Targo“, der 14-jährige Sohn Stefan Kaiser Junior als „Prinz Arthur“, Tochter Alexa Kaiser als Amazone „Sarfia“, Alexander Valier als edler Ritter „Aragon“ und der betrunkene Ritter Horst Bulheller alias „Alexander von Falkenburg“, boten den Zuschauern ein abwechslungsreiches, realistisch wirkendes Ritterturnier. Dank der farbigen Gewänder, dem Kriegsgeschrei, den Ritterhelmen und –schildern und dem humorvollen Dialog mit dem Publikum wurde daraus wahrhaft ein Spektakel.

In vollem Galopp versuchten die Reiter Becher und Ringe mit der Lanze aufzunehmen, mit Pfeil und Bogen eine Zielscheibe zu treffen, mit einem Speer ein (Stroh-)Schwein möglichst ins Herz zu treffen, beim „Sarazenen-Reiten“ mit einem weiteren Speer am Boden liegende Köpfe (aus Pappe) aufzuspießen. Beim „Tjost“, dem Gefecht Mann gegen Mann hoch zu Ross, durften dann Junior Stefan und Tochter Sarfia nicht mitmachen. „Das ist reine Männersache“, verkündete Moderatorin Cornelia Kaiser über ihr Mikrofon. Ihr Ehemann Stefan mimte perfekt den Bösewicht „Targo“, der sich mit allen und jedem anlegt. „Ich bin der Beste“, schrie er dem Publikum immer wieder provozierend zu, das ihn daraufhin kräftig ausbuhte. „Greif zur Waffe, du Affe“, beschimpfte er Ritter „Aragon“, mit dem er sich, nachdem beide vom Pferd abgestiegen waren, ein packendes Duell mit dem Schwert lieferte. Laut klirrend droschen die beiden immer wieder auf das Schild und das Schwert des anderen ein.

Eine perfekte Show lieferten anschließend auch die Feuerakteure der Showgruppe „Avatare des Feuers“, die aus dem Großraum Kirchheim kommend als Gäste am Showprogramm mitwirken. „Das Feuer ist gefährlich und hat die Menschen und auch mich schon immer fasziniert“, beschrieb der 23-jährige Feuerakteur Michael Nagel alias „Mikha“ seine Motivation. Geschützt durch nicht brennbaren Stoff, Handgelenkbänder und Kopfschutz jonglierte er gemeinsam mit Alexa und Stefan Kaiser Junior gekonnt mit brennenden Fackeln.

Der Höhepunkt der Show fand dann beim abschließenden „Großen Feuerspektakel“ statt. Die Akteure ritten durch ein brennendes Strohfeuer, dessen Flammen und Rauch bis zu zehn Meter in die Höhe schossen. Die Zuschauer klatschten im Stehen begeistert Applaus. „Ein Supererlebnis, so etwas aus nächster Nähe mitzuerleben“, fanden die Kirchheimerin Maria Centorbi und ihre Kinder Rosario (11) und Elaria (9) übereinstimmend.