Lokales

Muttersauen bewundert und vom "Jedermann" fasziniert

Die Owener Landfrauen waren drei Tage im Hohenlohischen. Es begann mit einer Stadtführung in Kirchberg, weiter ging es zum Gut Ludwigsruhe und nach Schwäbisch Hall. Unter Begleitung des Südwest-Fernsehens besichtigten sie das Residenzstädtchen Waldenburg.

OWEN Ab dem Autohof Kirchberg begleitete die Gäste- und Landschaftsführerin Ursula Dollinger die Owener Landfrauen auf ihrer Reise durch das Hohenloher Land. Ursula Dollinger wurde im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Landfrauenverbände in Baden-Württemberg qualifiziert.

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Erstes Städteziel war Kirchberg an der Jagst. Bei einer Stadtführung erfuhren die Owenerinnen Wissenswertes über den Residenzort, der vom Grafen zu Hohenlohe vor 625 Jahren gebaut wurde.

Weiter ging die Fahrt nach Kleinallmerspann, einem Teilort von Kirchberg, zum Bauernhof der Familie Blumenstock. Martha Blumenstock, Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft, zauberte einen leckeren Burgunderbraten auf den Tisch nur mit Produkten, die auf dem eigenen Bauernhof erzeugt werden. Bei einer anschließenden Besichtigung des Hofes bekamen die Teilnehmerinnen Einblick in den landwirtschaftlichen Lehr- und Praxisbetrieb mit einer bewirtschafteten Fläche von über 100 Hektar. Martha Blumenstock führte die Landfrauen durch die modernen Stallungen mit insgesamt 350 Bullen. Landwirtschaftsmeister Harald Blumenstock zeigte den Frauen seine Verschlussbrennerei, in der jährlich 50 000 Liter Industriealkohol aus Korn erzeugt werden. Zusätzlich unterrichtet der Landwirt noch an der Berufschule Landwirte.

Die nächste Station der Reise führte die Owenerinnen auf das Gut Ludwigsruhe, dem ehemaligen Sommersitz der Grafen von Langenburg. Die charmante Gutsherrin und Agrar-Technikerin Barnadette Schrödel erzählte mit Begeisterung die Geschichte der ehemaligen Sommerresidenz von den Anfängen als Jagdsitz über den barocken Bau Leopold Rettis bis hin zur heutigen Nutzung nach dem Erwerb des Gutes 1980 und der Renovierung. Familie Schrödel bewohnt seit 1984 die 28-Zimmer-Residenz und bewirtschaftet den dazugehörigen Saatgut-Vermehrbetrieb. Eine Führung durch den bäuerlichen Gemüse- und Kräutergarten begeisterte die Landfrauen wie auch die Kaffeetafel im historischen Gewölbekeller mit selbstgebackenen Kuchen und Torten.

Ein Überraschungsabend mit Brigitte Ströbel, Koordinatorin der Gästeführerinnen des Hohenloher Raums, sowie ihrer Mutter rundete den ersten Tag der Bildungsreise ab.

Am nächsten Morgen führte es die Owenerinnen nach Westheim zur Besichtigung einer Süßwarenfabrik, ehe es nach Schwäbisch Hall weiterging. Ursula Dollinger zeigte den Teilnehmerinnen bei einem Stadtrundgang einige schmucke Fachwerkhäuser der historischen Altstadt, wie das barocke Rathaus und führte die Frauen vorbei an der Michaeliskirche, deren Freitreppe am Marktplatz Schauplatz der Freilichtspiele ist. Ein anschließender Besuch in der Kunsthalle Würth schloss den Rundgang ab.

Weiter ging die Fahrt nach Großcomburg zum ehemaligen Benediktinerkloster, das im Jahre 1078 gegründet wurde. Eine Führung zeigte den Landfrauen die Stiftskirche St. Nikolaus mit den romanischen Türmen und der reichen Innenausstattung, die Kunstschätze von internationalem Rang erfasst. Während der Fahrt im Bus berichtet die Gästeführerin immer wieder über Land, Leute und Geschichte, sodass der Reisegruppe die Region Hohenlohe in verständlicher Art und Weise näher gebracht wurde.

Am Abend gab sich der Himmel von seiner besten Seite und ermöglichte den Besuch der berühmten Freilichtspiele auf der imposanten Freitreppe von St. Michael. Das Traditionsstück "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal, das 1925 zum ersten Mal in Schwäbisch Hall aufgeführt und nun zum 850-jährigen Stadtjubiläum neu inszeniert wurde, zeigt das Spiel vom Leben und Sterben eines reichen Mannes und faszinierte das Publikum.

Am dritten und letzten Tag erwartete die Landfrauen eine Überraschung. Ein Kamerateam des SWR stieg in den Bus und begleitete die Owenerinnen samt Gästeführerin einen halben Tag bei ihren Unternehmungen. Ziel war die Stadt Waldenburg, die im östlichen Teil der Hohenloher Ebene im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald liegt. Bereits 253 wurde Waldenburg urkundlich erwähnt und bezeichnet sich seit 1330 als Stadt. In Waldenburg wurden die Owener Landfrauen von Alix Koch, Moderatorin von "Ländersache-Sommerreise unterwegs in Baden-Württemberg", mit dem Kamerateam, von Bürgermeister Markus Knobel sowie einer Landfrau in Tracht empfangen. Sie führte die Gruppe zu bekannten Sehenswürdigkeiten des 3200-Einwohner-Städtchens, wie etwa zum Stauferturm, der eigentlich Lachnerturm heißt und ein Wasserturm ist, sowie zum Bärengraben in dem früher Bären gehalten wurden. Der Rundgang ging weiter durch das Städtchen an lieblichen Winkeln und historischen Gebäuden vorbei zum fürstlichen Schloss und der barocken Schlosskirche. "Waldenburg wird als Balkon von Hohenlohe bezeichnet, weil man nach allen Seiten hinausschauen kann", erklärte die Landfrau in humorvoller Art und Weise.

Nach diesem interessanten und beeindruckenden Rundgang verabschiedete sich Alix Koch mit dem Kamerateam und die Fahrt ging weiter zum Aussiedlerhof der Familie Stapf. Der 110 Hektar große Gemüsebaubetrieb liegt zwischen Bitzfeld und Schwabach. Von der Powerfrau Ilona Stapf wurden die Owenerinnen begrüßt und zur Besichtigung eingeladen. Der Hauptteil des Gemüses wie Gurken, Kohl und Erbsen werden nach dem Qualitätszeichen Baden-Württemberg angebaut und über einen Gemüsevertrieb vermarktet. 25 bis 30 Erntehelfer werden hier beschäftigt. Sondergemüse wie Tomaten, Petersilie, Kürbisse, Zuccini, Artischocken oder Physalis gehören in den Bereich von Ilona Stapf und werden direkt im eigenen Hoflädle vermarktet. Ein umfangreiches Sortiment wie Brot, Käse, Honig, Wurst und selbst gemachte Marmeladen runden das Angebot ab.

Zusätzlich betreibt die Familie noch eine Muttersauhaltung mit 150 Tieren. Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee und selbstgebackenem Kuchen im Hofbereich des Betriebes ließen die Owenerinnen die Eindrücke des Hofes und der zurückliegenden Tage ausklingen.

Die Sendung "Ländersache-Sommerreise" erzählt Geschichten von Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, und von Problemen, die gelöst werden müssen. Kreuz und quer durch Baden-Württemberg unterwegs ist das Team, immer interessanten Menschen und ihren Geschichten auf der Spur. Die Sendung "Zwischen Kocher und Jagst Unterwegs in Hohenlohe" ist am Donnerstag, 7. September, um 20.15 Uhr im Südwest-Fernsehen zu sehen.

bs