Lokales

Nach 13 Jahren Pause meldet sich das "M&A" zurück

Vor knapp zwei Jahrzehnten sorgte das "Music & Action" im Kirchheimer Industriegebiet Bohnau für mächtig Wirbel und lockte Rockfans aus nah und fern in die Stadt. Jetzt wagt die M&A-Crew im ehemaligen A8-Party-Park im Kruichling ein Revival.

FRANK HOFFMANN

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KIRCHHEIM Am Donnerstagabend fiel der Startschuss für die M&A-Neuauflage, und auch nach 13 Jahren Pause strömten die Rock- und Popfans. "Die Resonanz ist überwältigend", schwärmt M&A-Geschäftsführer Hans Jürgen Janicsek, "egal, mit wem wir in den vergangenen Wochen über das Projekt gesprochen haben, alle waren begeistert." Von Donnerstag bis Samstag können die Musikfreunde ab sofort im Kirchheimer Industriegebiet Kruichling von 20 Uhr bis um 4 Uhr abrocken, an den übrigen Tagen ist von 18 bis 2 Uhr im Classic-Rock-Cafe Kneipenbetrieb.

Geboren wurde die "Music & Action"-Konzeption vor 20 Jahren in Esslingen, und 1989 eröffnete Hans Jürgen Janicsek in der früheren Discothek Tropica in der Bohnau das erste Kirchheimer M&A. Mit großem Erfolg. Vor allem die Live-Konzerte lockten damals Musikfans aus dem gesamten Umland nach Kirchheim. "Wir hatten so bekannte Gruppen wie Pur, Iron Butterfly, Axxis, Uriah Heep oder Wishbone Ash bei uns", erzählt Janicsek. Nach fünf Jahren verabschiedete sich der M&A-Macher aus Kirchheim und eröffnete auf der Schwäbischen Alb in Münsingen den "Zauberwald", einen Erlebnisgastronomie-Betrieb mit über 3 500 Quadratmetern Grundfläche. Die "Zauberwald"-Idee hat Hans Jürgen Janicsek bereits nach kurzer Zeit an einen Investor verkauft und später immer wieder Konzepte für Gaststätten entwickelt. Im vergangenen Jahr organisierte er zudem das "Public Viewing" zur Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Dach der Bastion in Kirchheim.

Seit einigen Monaten bastelt Hans Jürgen Janicsek gemeinsam mit seinem Partner Bernd Hamann mit Feuereifer am M&A-Revival. Einer der Discostadl-Investoren hatte ihn auf den leer stehenden Gastronomie-Betrieb im Kruichling aufmerksam gemacht. Das M&A-Konzept überzeugte auch den gerichtlich bestellten Zwangsverwalter der Discothek. Unter mehreren Interessenten erteilte er Janicsek und Hamann den Zuschlag.

In den vergangenen Wochen haben Music-Hall-Betreiber den ehemaligen Discostadl grundlegend umgebaut. Unter anderem wurde die Tanzfläche neu gestaltet, eine große Bühne installiert und die Räume von einem Airbrushkünstler gestaltet. "Nichts erinnert mehr an das Alpenrausch- und Flatrate-Konzept der früheren Betreiber", will sich Hans Jürgen Janicsek in aller Deutlichkeit von seinen Vorgängern absetzen, denn nach zwei Flops ist das Image der Discothek im Kruichling einigermaßen ramponiert. Sowohl der Discostadl als auch der A8-Party-Park waren mit großen Erwartungen gestartet, mussten aber jeweils nach rund einem Jahr die Segel streichen. Zudem kam es immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, Ärger mit den Türstehern, und bei den berüchtigten Flatrate-Partys im A8-Party-Park wurde das jugendliche Publikum regelmäßig zum hemmungslosen Alkoholkonsum animiert. "Damit ist jetzt Schluss", versichern Janicsek und Hamann und verweisen auf das grundlegend andere Konzept. "Mit Flatrate- oder 99-Cent-Partys haben wir definitiv nichts am Hut. Unsere Zielgruppe sind 25- bis 60-Jährige Rockfans, die bei guter Musik einen tollen Abend erleben wollen."

Jeden ersten Freitag im Monat steht eine Ü30-Party auf dem Programm, und einmal im Monat wird es wieder Live-Konzerte mit hochkarätigen Bands geben. Die ersten Termine stehen bereits fest: Am Mittwoch, 16. Mai, kommt der Rocksänger Joachim Deutschland ins M&A und am Mittwoch, 23. Mai, wird Hardrocklegende Mat Sinner in der Music-Hall im Kruichling auftreten.