Lokales

Nach einem einzigen Vormittag steht der Rohbau

Viel zu sehen und zu hören gab es gestern an der Kirchheimer Teck-Realschule: Innerhalb eines halben Tages wurde der Rohbau des lang ersehnten neuen Naturwissenschaftsraums aufgestellt. Die Gesamtkosten für den Anbau sowie für den Umbau des bestehenden Physiksaals sind mit 400 000 Euro veranschlagt.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Präzisionsarbeit hatten die Mitarbeiter der Bissinger Firma Holzbau Merkle gestern an der Teck-Realschule zu leisten: Für Kran und Lastwagen gab es hinter der Schule nicht sehr viel Platz. Der vorhandene Platz wurde aber voll ausgenutzt, und so konnten bereits zu Schulbeginn die ersten vorgefertigten Bauteile des neuen Fachklassenzimmers über mehrere Bäume und ein zweigeschossiges Gebäudeteil hinweg zu ihrem neuen Bestimmungsort schweben. Dabei überquerten die Boden-, Wand- und Deckenteile im Lauf des Vormittags auch regelmäßig den bisherigen Physiksaal im Erdgeschoss, mit dem der neue Fachraum über einen schmalen Gang verbunden werden soll.

Anzeige

Schüler und Lehrer der Teck-Realschule haben den raschen Fortschritt der Bauarbeiten gestern mit großer Freude zur Kenntnis genommen die Schüler vornehmlich der Abwechslung halber und die Lehrer, weil die Raumnot für den naturwissenschaftlichen Unterricht mit Beginn des neuen Schuljahrs überwunden sein dürfte. "Mit der Einführung der neuen Bildungspläne 2004 war dieser Anbau notwendig geworden", sagte Schulleiter Wolfgang Wörner gestern. "Die neuen Bildungspläne werten den naturwissenschaftlichen Unterricht an den Realschulen auf. Für uns ist es sehr erfreulich, dass die Stadt jetzt auf diese Anforderungen reagiert hat."

Nach Abschluss der Baumaßnahmen verfüge die Teck-Realschule ab September über drei naturwissenschaftliche Fachräume "wie es für eine Realschule unserer Größenordnung auch vorgesehen ist." Einem der drei naturwissenschaftlichen Schulfächer lässt sich der dritte Raum übrigens nicht eindeutig zuordnen. Das liegt am neuen Fächerverbund NWA (naturwissenschaftliches Arbeiten), der biologisches, physikalisches und chemisches Wissen gleichermaßen vermitteln soll.

Die Vorarbeiten für den neuen Fachraum an der Teck-Realschule hatten im November begonnen. In den letzten Wochen wurde dann das Betonfundament gesetzt, auf dem seit gestern der fertige Rohbau ruht. "Was jetzt noch kommt, sind die Fenster und der Innenausbau", schilderte Rektor Wörner den geplant zügigen Fortgang der Bauarbeiten. Zum Innenausbau gehören die Sanitärinstallationen für Heizung und Wasseranschlüsse, die Elektrik und die Möblierung. Der neue NWA-Raum werde über eine "solide Ausstattung" verfügen, meinte Wolfgang Wörner gestern. Dennoch seien aus Kostengründen etliche Kompromisslösungen nötig gewesen. So kommt zwar der Strom aus Steckdosen, die sich von der Decke absenken lassen. Dieselbe Art von Gasanschlüssen für das praxisorientierte Arbeiten im naturwissenschaftlichen Unterricht gebe es dagegen nicht. Das wäre im vorgegebenen Budgetrahmen nicht möglich gewesen.

Nach den Osterferien soll das neue Klassenzimmer, zu dem auch noch ein Vorbereitungsraum gehört, bereits benutzbar sein. Zunächst ersetzt er einfach den alten Physikraum. "Nach 42 Jahren wird unser Physiksaal endlich renoviert", freut sich Schulleiter Wörner, der selbst auch das Fach Physik unterrichtet. Bis jetzt weise dieser Raum noch die Originaleinrichtung von 1966 auf. Die Sanierung des Physiksaals soll zwischen den Oster- und den Sommerferien erfolgen, sodass mit Beginn des neuen Schuljahrs erstmals alle drei naturwissenschaftlichen Fachräume zu denen noch der Biologiesaal zählt zur Verfügung stehen. Für Schüler und Lehrer ist das ein entscheidender Fortschritt, denn, so berichtet der Rektor: "Seit 2004 haben wir mit provisorischen Lösungen arbeiten müssen und die Naturwissenschaften teilweise im Technikraum, teilweise sogar im Klassenzimmer unterrichtet."