Lokales

Nach langem Slalom endlich am Ziel

Das neue Henriettenstift wurde gestern offiziell seiner Bestimmung übergeben

Mit einem von Dekanin Renate Kath und Pfarrer Jochen Maier gemeinsam mit dem Posaunenchor des CVJM Kirchheim gestalteten Gottesdienst begann am gestrigen Vormittag die offizielle Einweihung des Neubaus des Henriettenstifts. Die traditionsreiche Einrichtung ist jetzt im Hafenkäs unter der Adresse Ottenäcker 17 zu finden.

Wolf-Dieter Truppat

Kirchheim. Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand und stellvertretender Vorsitzender des Vereins Zieglersche Anstalten, begrüßte die Gäste und moderierte den Festakt. Er freute sich darüber, dass das über Jahre geplante Projekt inzwischen ganz konkrete und vorzeigbare Formen angenommen hat. Nach der letztlich rasch vollzogenen Realisierung des Neubaus können die gestern von Architekt Humbeck vorgestellten Räume ab Montag, 9. Februar, bezogen und damit das Haus endgültig seiner Bestimmung übergeben werden.

Als Hausherr richtete Harald Siegle, Geschäftsführer der LBBW Immobilien Projektmanagement GmbH den Blick auf den klangvollen Namen der wohltätigen Herzogin Henriette aus Württemberg, die zwischen 1820 und 1856 die Gründung zahlreicher Schulen und Pflegeeinrichtungen initiiert hatte. „Ihr karitatives Anliegen wird durch die Zieglersche Anstalt und durch die Evangelischen Altenheime mit diesem Neubau in unserer Zeit fortgeführt“, versicherte er den Besuchern der gestrigen Feststunde.

Der Neubau beherbergt insgesamt 84 Plätze mit integrierter Tagespflege. Nach der Genehmigung des Projekts wurde schon am 3. Juli der Spatenstich gefeiert, um dann bereits am 9. Juli mit den Bauarbeiten zu beginnen. Dass es in der Folge weder Unfälle noch Insolvenzen zu beklagen gab, hob Geschäftsführer Harald Siegle ganz besonders erfreut hervor und wünschte dem offensichtlich „unter Gottes Segen“ stehenden Bau, dass dieser Segen auch für die Betriebsphase anhalten möge.

Dass nach „einer langen Slalomstrecke“ das Henriettenstift nun ein neues Domizil beziehen kann, hob auch Landrat Heinz Eininger in seinem Grußwort hervor. Er zeigte sich überzeugt davon, dass das Henriettenstift mit seinem neuen Standort und dank des bürgerschaftlichen Engagements zweifellos eine gute Zukunft habe. Auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ging auf die lange Geschichte des letztlich dann doch sehr schnell gebauten Hauses ein. „Gut Ding will Weile haben“, stellte sie überzeugt fest, um anschließend zu bestätigen „Ende gut – alles gut“. Dr. Christoph Müller zeigte sich als Vertreter des Freundeskreises Henriettenstift überzeugt davon, dass die Einrichtung mit den Schwerpunkten Demenzbetreuung und Pflege Schwerstkranker für die heutigen Anforderungen sehr gut aufgestellt sei. Gemeinsam mit den nördlich noch entstehenden betreuten Wohnungen sei das neue Henriettenstift in zent­rumsnaher Lage am Zusammenfluss der stadtbildprägenden Flüsse Lindach und Lauter in direkter Nachbarschaft einer Schule, eines Kindergartens und anderer öffentlicher Einrichtungen sehr gut positioniert, und werde auch weiterhin seinem inzwischen schon 157 Jahre hochgehaltenen Betreuungs- und Pflegeanspruch gerecht.

Gustav Bylow von der FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH freute sich darüber, dass viele künftige Bewohner der Einladung zur Einweihungsfeier gefolgt waren und Eva-Maria Armbruster, fachliche Geschäftsführerin Altenhilfe und stellvertretende Vorsitzende der Zieglerschen Anstalten, informierte über die Konzeption des Gebäudes, das Architekt Humbeck anschließend in einer Führung vorstellte.

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