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Nach Verzögerungen liegen die Arbeiten jetzt voll im Zeitplan

Die inzwischen schon zweite Chance, sich umfassend über die Baumaßnahme "Tiefgarage Schweinemarkt" zu informieren, wurde am Samstag wieder von Experten und vielen wissbegierigen Besuchern genutzt. Gemeinsam mit Bürgermeister Günter Riemer, standen auch die beiden Architekten Michael Reisinger und Kajus Daub für die Beantwortung der vom Publikum gestellten Fragen zur Verfügung.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Während unten in der Tiefgaragen-Baugrube auch an einem Samstagvormittag noch gearbeitet wurde, konnten sich die interessierten Besucher vom Dach der Bastion aus einen entsprechend guten Überblick über die mit einer Länge von immerhin 140 Metern und einer Tiefe von 10 Metern derzeit größte Baugrube der Stadt verschaffen.

All denjenigen, die bei der ersten Baustellenführung Anfang April nicht dabei waren, stellte Bürgermeister Riemer zunächst den planenden Architekten Kajus Daub und den bauleitenden Architekten Michael Reisinger vor, die sich erneut bereiterklärt hatten, sich den Fragen der interessierten Baustellenbesucher zu stellen. Bevor dann zum Teil sehr intensiv auch auf technische Details wie etwa die Beschichtung der Tiefgaragenwanne eingegangen wurde, erinnerte Bürgermeister Günter Riemer zunächst noch einmal an die Chronologie der Großbaustelle Tiefgarage Schweinemarkt.

1993 angestellte Überlegungen, die 1980 "wirtschaftlich" erstellte Tiefgarage zu überbauen, um damit eine städtebauliche Aufwertung dieses wichtigen Tores zur Stadt zu erzielen, scheiterten seinerzeit an der "wirtschaftlichen" Konstruktion des Tiefgaragen-Bauwerks. Da keine statischen Reserven vorhanden waren und die erforderlichen Stützen nur mit großem finanziellem Aufwand und dem Verlust von zahlreichen Stellplätzen hätten erkauft werden müssen, wurde der Gedanke wieder verworfen.

Ein 1999 dann in Auftrag gegebenes Gutachten hatte dann so starke Schäden an dem Bau nachgewiesen, dass im Rahmen einer Klausurtagung des Kirchheimer Gemeinderats im Jahr 2000 der Grundsatzentschluss einer "Sanierung mit Überbauung durch Investorenausschreibung" gefasst und schließlich im November vergangenen Jahres mit dem Bau begonnen wurde. Bis zum 26. November 2005 soll die Tiefgarage soweit fertig gestellt sein, dass sie während der vier Einkaufstage vor Weihnachten zumindest in Teilen genutzt werden kann.

Eine wichtige Information war daher die Bestätigung des Bauleiters, dass die Arbeiten wieder voll im Zeitplan liegen. Für Verzögerungen hatte schließlich das unerwartet stark auftretende Grundwasser gesorgt, das seither rund um die Uhr abgepumpt und über einen Container geleitet solcherart gereinigt wieder über ein so zunächst nicht vorgesehenes "Aquädukt" in die Lindach geleitet wird. Bei einem Durchschnittswert von rund 18 Liter pro Sekunde war dies aber die günstigste machbare Lösung.

Eine weitere gute Nachricht wurde auch im Blick auf die derzeit noch aktiven und damit vor allem auch nachts hörbaren Pumpen vermeldet. Bis in etwa fünf bis sechs Wochen kann das Abpumpen das jetzt schon auf das Absenken in den Abschnitten reduziert wird, in denen gearbeitet werden muss ganz eingestellt werden. Bis dahin wird das Wasser aber weiter durch die Rohre in die Lindach geleitet. Dem vorgebrachten Wunsch eines Bürgers, das überraschend stark nach oben dringende Grundwasser für Gießzwecke "abzuzwacken" und möglichst auch noch "etwas anzureichern" steht der Gesetzgeber entgegen, der solche "Beeinflussung" von vorhandenem Grundwasser klar untersagt.