Lokales

Nachfrage sorgt für Optimismus

Konjunkturumfrage der IHK im Landkreis Esslingen – In der Industrie hat sich die Lage merklich gebessert

Die seit Ende des vergangenen Jahres spürbare Erholung der lokalen Wirtschaft setzt sich auch im Frühsommer fort. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK Esslingen-Nürtingen nach Auswertung ihrer aktuellen Konjunkturumfrage.

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Kreis Esslingen. Über alle Branchen hinweg melden die von der IHK befragten Betriebe des Landkreises Esslingen eine Verbesserung der Geschäftslage. Allerdings ist der Bezugspunkt niedrig – viele Unternehmen hatten dramatische Einbußen zu verkraften. Obwohl sich die Lageeinschätzung nun zum dritten Mal in Folge verbessert habe, entsprächen sowohl das Umsatz- als auch das Ertragsniveau noch nicht dem Niveau vor der Krise. Befragt wurden 439 Unternehmen, 45 Prozent beteiligten sich an der Umfrage.

In einigen Bereichen der Wirtschaft bleibe die Lage weiter angespannt. Schwierig sei es oft auch, die Wertschöpfungsketten wieder in Gang zu bekommen. Viele Lager seien leer, viele Teile hätten lange Lieferzeiten. Trotz des steinigen Weges blickten die Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Angetrieben werde dieser Optimismus durch eine weiter wachsende Auslandsnachfrage, flankiert von einer langsam steigenden Binnennachfrage.

Die aktuelle Geschäftslage stellt sich für 18 Prozent aller befragten Unternehmen als gut dar, 60 Prozent bezeichnen sie als befriedigend. Sie profitieren vom wachsenden Exportgeschäft, hauptsächlich nach Asien und in die USA. Umsatzsteigerungen erzielen 47 Prozent der Unternehmen. Aber lediglich knappe zehn Prozent aller befragten Unternehmen können aus den steigenden Umsätzen auch gestiegene Erträge verbuchen. Nach wie vor mehr als jeder fünfte Betrieb sieht sich in einer schlechten Lage.

Über die Hälfte der befragten Unternehmen setzt auf eine positive Entwicklung ihrer Geschäfte. Die Zahl der Pessimisten ist mit aktuell dreizehn Prozent weiter am Schrumpfen. Die größten Stolpersteine sehen die Unternehmen in der Stabilität der Binnennachfrage, in steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie in hohen Arbeitskosten. Außerdem hängt das Damoklesschwert eines unregulierten Finanzmarkts über der Wirtschaft.

Im Landkreis Esslingen planen 17 Prozent der Unternehmen mit einer Zunahme der Beschäftigten. Mit Entlassungen rechnen noch 21 Prozent der Betriebe.

In der Industrie hat sich laut IHK die wirtschaftliche Lage merklich gebessert. 60 Prozent der Unternehmen sind zufrieden, 18 Prozent geben sogar ein gutes Lageurteil ab. Zwar sehen sich nach wie vor 21 Prozent in einem schlechten wirtschaftlichen Umfeld, die Zahl der Pessimisten nimmt aber von Umfrage zu Umfrage ab. Der Umsatz ist bei weit über der Hälfte der Industrieunternehmen gestiegen. Ebenso viele sind mit ihrer Ertragslage zumindest zufrieden. Aufträge wurden sowohl aus dem Aus- als auch Inland gezeichnet. Die Kapazitätsauslastung nähert sich mit 78 Prozent dem durchschnittlichen Normalniveau von 82 Prozent an. Die Zuversicht wächst weiter. Knapp zwei Drittel Optimisten stehen nur noch acht Prozent Pessimisten gegenüber – steigenden Rohstoff- und Energiepreisen und oftmals mit teueren Krediten vorzufinanzierenden Aufträgen zum Trotz. Ein Fünftel der Industriebetriebe denkt über Neueinstellungen nach, rund ein Viertel über Beschäftigungsabbau.

Der Groß- und Einzelhandel im Landkreis Esslingen folgt weiterhin dem seit Anfang des Jahres begonnenen leichten Aufwärtstrend. Richtig gut läuft es nur bei neun Prozent der Unternehmen, so die IHK. 70 Prozent sind zufrieden. Ein Fünftel klagt über schlechte Geschäfte. Trotzdem siegt auch in dieser Branche der Optimismus. Voller Zuversicht schaut knapp die Hälfte der Händler nach vorn. Im Unterschied zu den Großhändlern stehen die Einzelhändler schlechter da als zu Jahresbeginn. Eine schwache Ertragslage und zurückhaltendes Kaufverhalten der Kunden bereiten ihnen am meisten Kopfzerbrechen. Auch beim Blick in die Zukunft werden Unterschiede deutlich. Bei den Einzelhändlern ist die Stimmung verhaltener. Große Veränderungen bei den Beschäftigtenzahlen wird es laut der Umfrage im Handel nicht geben.

Die wirtschaftliche Erholung der Dienstleister setzt sich in moderatem Maß fort. Gute Geschäfte vermelden 22 Prozent der Befragten, über die Hälfte ist zufrieden. Allerdings ist immer noch ein Viertel der Servicebetriebe unzufrieden mit dem aktuellen Wirtschaftsjahr. Positive Einflüsse auf die Gesamtbewertung kommen von Beratungsunternehmen, von Informations- und Kommunikationsanbietern sowie aus der Finanzbranche. Hingegen müssen die krisengebeutelten Sparten wie das Hotel- und Gaststättengewerbe und das Transportgewerbe zunächst wieder Fuß fassen und tragen somit noch kaum ihren Anteil zur wirtschaftlichen Erholung der Branche bei.

Insgesamt blicken die Serviceleister derzeit optimistisch in die Zukunft: 37 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 43 Prozent wollen ihr Niveau halten. Aber immer noch 20 Prozent rechnen mit eine Verschlechterung ihrer betrieblichen Kennzahlen. pm