Lokales

Nachwuchs hat eine neue Heimat

"Ganz begeistert" sind die Jugendlichen, das hat Andrea Groeneveld bereits festgestellt. Das Objekt der Freude ist der neue Jugendraum in der Bergreute: Im Vorbau der neuen Sporthalle hat der Nachwuchs nun eine neue Heimat gefunden.

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Zuvor war der Jugendraum im alten Feuerwehrmagazin untergebracht. Das Gebäude wurde vergangenes Jahr zu Gunsten einer Seniorenwohnanlage abgerissen. Der etwa 50 Quadratmeter große Raum im Eingangsbereich der Sporthalle verfügt über einen separaten Zugang und Toiletten. Eine Theke haben die Jugendlichen auch bereits aufgebaut. An den Wänden wollen die Jugendlichen selbst gemalte Bilder aufhängen. Dabei konnte Gülcan zeigen, was sie im Rahmen eines Projekts an der Schlierbacher Hauptschule gelernt hat. "Wir haben uns mit Edgar Degas beschäftigt", verrät die 15-Jährige, während Gül, ein anderes Mädchen, sich am Laptop mit einem Malprogramm beschäftigt. Zwei große Leinwände mit Unterschriften, Fotos und ihren Namen bereiten die Jugendlichen gerade vor.

Zwischen 15 und 20 Jugendliche drängeln sich einmal pro Woche, mittwochs oder freitags zwischen 17 und 21 Uhr, in dem Raum, hören Musik, spielen Kicker, reden und lachen. Seit Herbst 2002 werden sie von Andrea Groeneveld professionell betreut. Sie ist Fachbereichsleiterin bei der Bruderhaus Diakonie der Gustav-Werner-Stiftung in Deggingen. Ihre pädagogische Arbeit konzentriert sich auf Gespräche, gemeinsame Spiele und die Aufarbeitung von Schulproblemen. Wenn Projektprüfungen in der Schule anstehen, hilft Andrea Groeneveld den Jugendlichen bei der Vorbereitung. Serdan recherchierte beispielsweise zum Thema "Früher an der Schlierbacher Schule" und präsentierte seine Ergebnisse vor der Klasse.

Stolz präsentieren die Jugendlichen ihre Musikanlage mit CD-Player, 800 Watt Subwoofer und Helltöner. Die Teenies hören vorzugsweise Hip-Hop, Black Music und türkische Lieder. Wenn Michele gut drauf ist und der Sound stimmt, zieht er seine Jacke aus und legt einen flotten Breakdance aufs Parkett. Die Computer-Ecke muss erst noch eingerichtet werden. Aber zwei Rechner haben die Jugendlichen schon ein Geschenk der Schlierbacher Firma Mevaco.

Der Anteil weiblicher Jugendlicher sei nach wie vor hoch, berichtet And-rea Groeneveld, über 50 Prozent seien Mädchen. Inzwischen gebe es auch einen Austausch zwischen den Besuchern des Jugendraums und den Bauwagen-Jugendlichen. Kevin, der in der C-Jugend für den TSV Schlierbach kickt, erzählt, dass er dort ab und zu vorbeischaue und Kumpels treffe.

Andrea Groeneveld arbeitet daran, dass es zu Begegnungen beider Gruppen kommt. Während im Jugendraum sich überwiegend Jugendliche mit nicht deutschem kulturellem Hintergrund treffen würden, werde der Bauwagen vor allem von deutschen Jugendlichen besucht. Über Aktionen wie Filmabende, Fußballspiele oder Hip-Hop-Wettbewerbe habe sie die Jugendlichen schon zusammengebracht und wolle dies in Zukunft noch verstärken.