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Nächstes Ziel: 500 000

Am Martinstag war Gründungsfeier der Martinskirchenstiftung

Der Martinstag am 11. November war ein großer Tag für Kirchheim: Im Alten Gemeindehaus an der Alleenstraße wurde die Martinskirchenstiftung gegründet. Sie soll mit dazu beitragen, dass die Martinskirche als stadtbildprägendes Gebäude auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben kann.

Andreas Volz

Kirchheim. Die Kirche kann sich nicht gänzlich aus der Welt zurückziehen. Sie ist vor allem nicht frei von weltlichen Sorgen. Die weltlichsten aller Sorgen wiederum sind die Geldsorgen, und von solchen Sorgen ist die Kirche reichlich geplagt. Jeder Hausbesitzer kennt das Problem, dass es immer wieder großer finanzieller Kraftakte bedarf, um ein Gebäude in Schuss zu halten. Bei einer Immobilie wie der Kirchheimer Martinskirche ist das nicht anders. Allenfalls sind die benötigten Summen größer. In einer vorsichtigen Schätzung geht die Gesamtkirchengemeinde davon aus, dass in den nächsten 15 bis 20 Jahren für die Martinskirche Sanierungskosten in Höhe von rund einer Million Euro anstehen. Kirchenpfleger Bernd Kemmner rechnet sogar eher mit Kosten von 1,5 Millionen.

Die Gesamtkirchengemeinde muss schauen, wie sie diese Kosten aufbringen kann. Bernd Kemmner spricht von einer Mischfinanzierung. Der größte Teil wird sicher aus kirchlichen Haushaltsmitteln kommen, also aus der Kirchensteuer. Weitere Mittel kommen durch Zuschüsse, die die Gesamtkirchengemeinde beantragen muss, bei der Landeskirche etwa oder bei der Stadt Kirchheim. Hinzu kommen Spenden und Veranstaltungserlöse – und schließlich auch der Ertrag der neuen Stiftung. Dabei betont Kirchenpfleger Kemmner allerdings, dass die Martinskirchenstiftung nur den kleinsten Teil zur Finanzierung des Gebäudeunterhalts und der notwendigen Sanierungen beitragen kann: „Es wäre völlig falsch zu glauben, dass die Stiftung künftig alles übernimmt.“

Dennoch ist die Martinskirchenstiftung ein wichtiger Baustein, der dazu beiträgt, das markanteste – und vielleicht sogar namengebende – Bauwerk Kirchheims auch für die nächsten Jahrhunderte zu bewahren und zu erhalten. Zielsetzung im Vorfeld der Stiftungsgründung war es, 50 Gründungsstifter zu finden, die sich mit mindestens 1 000 Euro beteiligen. Das Mindestkapital sollte demnach 50 000 Euro betragen. Bis zur Gründung war es allerdings bereits gelungen, 57 Stifter zu „rekrutieren“. Das Startkapital liegt bei rund 90 000 Euro, wobei auch noch Erlöse von Veranstaltungen und Aktionen hinzukommen. Dazu gehören die Lesung mit Petra Durst-Benning, die Herbst- und Adventsaktion der Bäckerei Scholderbeck und vor allem die Vortragsreihe „Spurensuche in der Martinskirche“, die Fritz Heinzelmann im Namen des Schwäbischen Heimatbunds und des Verschönerungsvereins organisiert hatte. Allein diese Veranstaltungsreihe hat über 1 000 Euro für das Stiftungsvermögen erbracht.

Die Gründung war aber nur der Anfang. In den nächsten 15 Jahren soll das Vermögen auf mindestens 500 000 Euro anwachsen. Wer sich näher über die Stiftung informieren will, kann unter der Telefonnummer 0 70 21/9 20 30-0 Kontakt mit Kirchenpfleger Kemmner aufnehmen. Aber für alle – Gründungsstifter wie spätere Zustifter – gilt als Motivation, was Pfarrer Helmut Liebs, Stiftungsexperte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, zur Gründungsfeier über die Martinskirche zu sagen hatte: „Wir Menschen brauchen solche Orte, und solche Orte brauchen uns Menschen. Gut, dass es nun die Martinskirchenstiftung gibt.“

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