Lokales

Natur gedanklich überlistet

In bewusst guter und bewährter Kooperation hatten die Landfrauen und der Obst- und Gartenbauverein Neidlingen zu einer informativen Abendveranstaltung geladen.

NEIDLINGEN An diesem Abend ging es um den Pflanzenschutz im Hausgarten, "über den alle reden und doch viele verunsichert sind", so der Referent, Paul Pfinder.

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Mit einem riesigen Hintergrundwissen und dem bodenständigen Naturell, für das er bekannt ist und das ihm so schnell niemand nachmacht, hat er bei den zahlreich anwesenden Garten- und Blumenfreunden das neue Gartenjahr eingeläutet und damit die kräftige Schneedecke in der Natur gedanklich überlistet.

Weil es heute zumindest für den Hausgarten keine langwirkenden Mittel mehr gibt beziehungsweise zugelassen sind, müssen zur Schädlingsbekämpfung gezielt mechanische Abwehrmöglichkeiten wie zum Beispiel Netze, Vliese und Saatbänder eingesetzt werden. Auch wird in Hausgärten heute viel mit tierischen Nützlingen gearbeitet.

Wertvolle Tipps gab es zunächst für die richtige Pflege von Zimmerpflanzen, ehe über den Hausgarten mit Beerenobst, Salate sowie Gemüsesorten ausgiebige und treffsichere Anweisungen gegeben wurden. Dem Anbau gesunder Pflanzen und deren biologischer Schutz kommt eine wichtige Rolle zu. Bevorzugte neue Beerensorten wurden vorgestellt.

Beim Kapitel Blumen im Garten und in Balkonkästen war ein Eintauchen in die Welt floralen Designs gegeben. Wie wird gepflanzt, wie und was gedüngt, wie werden Mängelsituationen behoben? Fragen zuhauf. Zusammensetzungen von Düngemitteln wurden benannt und vor allem der "eigene Kompost", eines jeden Gärtners Stolz, als die seit Generationen bewährte Pflanzennahrung herausgestellt. Den Blick für den Wert von gesunden Pflanzen zu schulen war Paul Pfinder ein dringliches Anliegen und von der Möglichkeit der direkten Information vom Fachmann konnten die Gartenfreunde regen Gebrauch machen. Eine Dia-Serie über Pflanzen und Sträucher aus dem Hausgarten des Referenten setzten nicht nur einen blumigen, farbenfrohen Schlusspunkt, sondern ließ seine tiefe Verbundenheit mit Natur und Umwelt erahnen. "Gesunde Pflanzen sind die Juwelen eines Gartens und in jeder gesunden Pflanze steckt ein Stück zukünftigen Gartenglücks", war sich Rosemarie Rieker bei ihrer Begrüßung bewusst und verhehlte trotz der derzeit umfangreichen Schneemassen nicht das Sehen, wieder in der braunen Erde zu wühlen, zu beobachten, wie sich das neue Leben im Garten regt. Das Keimen und Blühen webt ein Bild, das wärmt, anregt und vieles leichter und beschwingter von der Hand gehen lässt. Vorfrühlingshafte Stimmung? Sie ist nicht zu verleugnen.

rr