Lokales

Naturfotograf Bernd Zoller malt mit der Kamera

Zur Einstimmung auf die neue Saison im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb wurde am Freitag eine Ausstellung des preisgekrönten Naturfotografen Bernd Zoller eröffnet. Mit Zollers Fotografien will das Naturschutzzentrum auf das diesjährige Schwerpunktthema der bedrohten Lebensräume und seltenen Tier- und Pflanzenarten im europäischen Kontext hinleiten.

BARBARA GOSSON

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LENNINGEN Viele Interessierte und Wegbegleiter Zollers hatten den Weg auf die tief verschneite Alb gefunden. Dr. Wolfgang Wohnhas, der Leiter des Naturschutzzentrums, hieß sie willkommen. Zunächst gratulierte er Zoller, der zusammen mit seiner Frau Heidi gekommen war, zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande für sein Engagement im Naturschutz. Zollers Aufnahmen trügen dazu bei, die Faszination der Natur zu vermitteln.

Die Ausstellung steht am Beginn des diesjährigen Veranstaltungsprogrammes, das sich intensiv mit Themen wie Natura 2000 Bausteine für ein europäisches Schutzgebietsnetz, dem Lebensraum Acker und heimischen Schmetterlingen befassen wird. Dazu soll es Sonderausstellungen, Führungen und Fortbildungen geben.

Bei dem vielfältigen Exkursionsprogramm von Ackerwildkräutern über geologische Radtouren bis Astronomie wird das Naturschutzzentrum von den ehrenamtlichen Volunteers des Landkreises unterstützt. Dazu kommt die Arbeit, die das Naturschutzzentrum bei der Umwelterziehung von Jugendlichen leistet. Neben Sommerferienprogramm, Kindergeburtstagen und -nachmittagen, sowie dem Junior-Ranger-Camp gibt es in diesem Jahr auch ein Schulprojekt "Wildbienen und Kunst". Leider, so Wohnhas, liegt das diesjährige Programmheft noch nicht in gedruckter Form vor. Es wird voraussichtlich nächste Woche erscheinen.

Zollers Aufnahmen von der Alb und aus fernen Ländern passen ideal zu diesen Themen. Der Fotograf, so Wohnhas, ist nämlich auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz und im Bund Naturschutz Alb-Neckar. Die in der Ausstellung gezeigten Motive sind bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die auf der Alb vorkommen, aber europaweite Bedeutung haben, wie Wanderfalke, Raubwürger oder Frauenschuh. Günter Künkele, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Alb-Neckar, kennt Zoller seit langen Jahren. Er ordnet den Hobbyfotografen ganz oben in die Liste der guten Naturfotografen ein, wie zum Beispiel die Auszeichnung "BBC Wildlife Fotografer of the year 2002" mit dem Bild einer Graugans eindrucksvoll belege.

Künkele ging in seiner Einführung zur Ausstellung zurück zu Zollers Anfängen und zeigte dessen erste Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den sechziger Jahren. Damals hatte sich der Bub vom Konfirmationsgeld eine erst Kamera gekauft und ging rund um das im Wald gelegene Haus der Oma auf Pirsch. Zollers Rezept, so Künkele, sei es, sich in das Tier, sein Wesen und seine Biologie so einzufühlen, dass er genau wisse, wann der richtige Moment für den Auslöser ist. "Bernd Zoller malt mit der Kamera", so Künkele. Er besitze die Fähigkeit, ein Bild so herüberzubringen, als sei man live dabei. Fotografen seien die Transporteure der Restnatur, bedauerte Künkele und schloss mit dem Einstein-Zitat: "Das Schönste, was wir entdecken können, ist das Geheimnisvolle."

Zoller wusste zu jedem Bild auch eine Geschichte zu erzählen. Seine Lieblingstiere sind die Wanderfalken, von denen einige besonders schöne Aufnahmen in der Ausstellung zu sehen sind. Er sorgt sich darum, dass deren Horste von Menschen ausgeraubt werden, die die Jungtiere verkaufen, damit sie zur Jagd abgerichtet werden. "Die erwische ich", ist er entschlossen, die Tiere zu beschützen und zu bewachen.

Beim Betrachten der Bilder kann man ahnen, wie lange der Fotograf auf den einen Moment gewartet hat, an dem der Bär den Lachs schnappt oder ein Eisvogel die Beute übergibt. Ungläubig nehmen Besucher die Brille ab, um die gestochen scharfe Brillanz der zum größten Teil digital fotografierten Bilder von Bernd Zoller zu bewundern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. April im Naturschutzzentrum zu sehen.