Lokales

"Naturgemäß gärtnern und umweltbewusst leben"

Ausgelassene Stimmung herrschte am Samstagabend bei den Siedlern und Kleingärtnern in Kirchheim. Im herbstlich dekorierten Saal der Gaststätte Hasenstall in der Bohnau feierten Mitglieder und Freunde des Vereins die Zusammenführung und Eintragung ins Vereinsregister am 14. September 1955.

MIRIAM SCHWINGHAMMER

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KIRCHHEIM Unter dem Motto "Naturgemäß gärtnern umweltbewusst leben" ist der Ortsverein nun schon seit fünf Jahrzehnten engagiert und leistet einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Neben Vereinsmitgliedern, Vertretern des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg, des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Esslingen und Vertretern mehrerer Ortsverbände befand sich unter den Gratulanten auch die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. In einer kleinen Ansprache lobte sie die Gemeinschaft der Kleingärtner und deren Beitrag zur Förderung und Sicherung der Arten- und Pflanzenvielfalt.

Im Verlauf des Abends durfte sich der Verein unter dem Vorsitzenden Friedrich Bransch über viele Glückwünsche freuen. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Banater-Musikfreunde sowie die Herren des Gesangvereins Eintracht. Fröhlich klatschten die Zuschauer in die Hände, als der Kirchheimer Trachtenverein in seiner Schäfertracht zu Volksmusik das Tanzbein schwang.

Zur Feier des Tages erzählte die Schriftführerin Petra Nothwang aus der Vereinsgeschichte der Siedler und Kleingärtner. Nach der Eintragung ins Vereinsregister im Jahr 1955 beantragte der Verein ein Gelände für Kleingärten. Im darauf folgenden Jahr wurde schließlich die Kleingartenanlage am Herdsteiger See errichtet. Bereits 1958 konnte erstmals angepflanzt werden und ein weiteres Jahr später fand das erste traditionelle Gartenfest statt. Einen besonderen Vorteil ergab sich für die Kleingärtner im Jahre 1961, als ein Frischwasseranschluss bis zur Gartenanlage gelegt wurde. 1975 wurde der Bau eines Vereinshauses beschlossen, welches innerhalb eines Jahres fertig gestellt wurde. Nach und nach kamen weitere Erleichterungen für die Gartenfreunde zu Stande, wie beispielsweise die Stromversorgung des Geländes und der Anschluss an die Kanalisation. 1994 wurde das heute fest in der Gesellschaft verankerte Kinderfest ins Vereinsprogramm aufgenommen und 1998 nahm der Verein aktiv an der Landesgartenschau in Plochingen teil.

Im Folgejahr wurde die Anlage einem "Gesundheitscheck" unterzogen, bei welchem zur Freude der Gärtner nichts Gesundheitsschädigendes festgestellt werden konnte. Jedoch haben die Kleingärtner auch mit Problemen zu kämpfen. 1996 wurde die gesamte Anlage überschwemmt, und als die nahe gelegene Autobahn ausgebaut wurde, mussten sie Teile ihres Geländes abtreten. Seither macht den Siedlern und Kleingärtnern die Belastung durch die stark frequentierte Autobahn, insbesondere der Lärm, zu schaffen.

Die Freude am Gärtnern lassen sie sich jedoch nicht nehmen, und nicht zuletzt bietet die Gartenanlage auf dem Vereinsgelände "Herdsteiger See" mit ihren 44 Parzellen Erholung und dient als Ausgleich für das hektische Leben in den Städten. Dass das Gärtnern auch jung hält, stellt der Vize-Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg fest: "Die Gartenfreunde beginnen jenseits der 40 und werden von Tag zu Tag jünger."