Lokales

Naturschutz für die Lebensqualität in der Region

Wirtschaftsinteressen und Naturschutz passen besser zusammen, als es scheint. Das zeigt eine neue Kooperation zwischen "Göppinger Mineralbrunnen" und der Initiative "Lebendiger Neckar", die zur dauerhaften Partnerschaft werden soll.

KARIN AIT ATMANE

Anzeige

PLOCHINGEN Zum Start stellt "Göppinger" einen Betrag von 10 000 Euro für lokale Aktionen zur Verfügung, längerfristig soll jeder verkaufte Kasten Sprudel zum Naturschutz beitragen. Beide Partner haben ein originäres Interesse an reinem Wasser und einer natürlichen Umwelt. Schließlich sei Mineralwasser das "einzige nicht behandelte Lebensmittel" in Deutschland, unterstreicht Bernd Raebel, Geschäftsführer bei der Aqua Römer GmbH, zu der der Göppinger Mineralbrunnen gehört. Es werde zunehmend schwieriger, in einer industrialisierten Region unberührtes Wasser zu fördern.

Die Initiative "Lebendiger Neckar" engagiert sich seit fast zehn Jahren dafür, dass der Neckar mit seinen Zuflüssen ökologisch aufgewertet, aber auch für die Bevölkerung besser erlebbar wird. Getragen wird sie von BUND, NABU und der Deutschen Umwelthilfe (DUH), koordiniert vom "Büro am Fluss" in Plochingen. Eine ganze Reihe Projekte und Aktionen haben stattgefunden, weitere Ideen gibt es zuhauf nur fehlt oft das Geld. "Durch die Partnerschaft mit Mineralbrunnen haben wir weitere Mittel, die wir vor Ort einsetzen können", sagt Markus Knödler vom "Büro am Fluss", der Schulklassen und Jugendgruppen betreut. Kürzlich wurde mit Siebtklässlern ein Bachlauf in Zell u. A. renaturiert, ähnliches ist am Brunnenbach bei Faurndau und an der Steinach in Nürtingen geplant, wo "Störsteine" den Durchfluss bremsen sollen.

"Für uns ist es wichtig, dass wir vor Ort etwas für die Region tun", erklärt Andreas Bölli, Produktmanager bei Mineralbrunnen. Die Startsumme von 10 000 Euro soll nur ein erster Schritt der Förderung sein. Es ist daran gedacht, einen Teil des Verkaufserlöses von Göppinger Mineralbrunnen-Produkten für den "Lebendigen Neckar" abzuzweigen.

Ebenso wichtig wie die finanzielle Unterstützung ist allen Beteiligten, Bewusstsein wach zu kitzeln. Flüsse und Bäche sollten von den Anwohnern wieder mehr "als Lebensraum begriffen" werden, sagt Jörg Dürr-Pucher von der DUH. Umweltschutz funktioniere nicht über den erhobenen Zeigefinger, sondern gerade im Ballungsraum über den Hinweis auf Lebensqualität, die die Natur bietet, ergänzt Bölli: "Das ist ein Aspekt, der uns sehr gut gefällt." Geschäftsführer Raebel hat zudem die Erfahrung gemacht, dass öffentliche Entscheidungsträger oft zugänglicher für Projekte sind, wenn ein Wirtschaftsunternehmen dahinter steht: "In Kooperation mit der Wirtschaft kann man einfach mehr bewegen."