Lokales

Nebel und Stimmfetzen begleiten den Horrortraum

KIRCHHEIM Die Unter- und Mittelstufen-Theater-AG des Ludwig-Uhland-Gymnasiums zeigte unter der Regie der beiden Lehrerinnen Nicole Bauer und Tanja Gotthold im voll besetzten Lichthof der Schule eines ganz deutlich: Theaterspielen macht Spaß! Nach rund einjähriger Probenarbeit führten 40 Kinder und Jugendliche ihr selbst verfasstes Stück "Die Neue" auf.

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"Das ist so ungerecht, ich hab' euch doch nichts getan. Ihr kennt mich doch nicht mal!" So brüllt die junge Lisa überzeugend dargestellt von Pia Köber und Katharina Skobjin verzweifelt ins Publikum, nachdem sie ihre ersten Tage an der neuen Schule hinter sich hat. Lisas Schwestern Petra (Mona Göransson) und Susi (Kathi Grau) finden sich dagegen schnell zurecht: Die Ältere ist begeistert vom Cheerleadertraining und die Jüngere ist vernarrt in die Stallhasen ihrer tierlieben Nachbarin. Nur Lisa hat es schwer und wird von ihren Eltern (Simon Schmid und Mirjam Kälberer) nicht verstanden.

Zwischen Ablehnung durch die tonangebende Clique, zeitweiser Annäherung bei der Gruppenarbeit in der Schule, Versagensängsten beim Basketball und letztlich zarter Integration bewegte sich der Tonus des Stücks. Beachtlich war die Umsetzung der Gefühle: Ein nächtlicher Traum gerät zum Horrortrip von Nebel und Stimmfetzen begleitet , der Wurf in den Basketballkorb wird zunächst einmal in der "Champion"- und dann in der "Versager"-Version innerlich durchlebt und auf der Parallelbühne durch weiße Gestalten dargestellt. Ein Spiegelbild wird beim Zähneputzen plötzlich lebendig und lässt den Tag nach dem furchbaren Traum doch versöhnlich beginnen.

Und das Ende? Nicht kitschig, nicht rosarot, keine Gefühlsduselei. Eine bis dahin unbekannte Figur betritt die Bühne: die neue Neue. Wird sie es besser haben als Lisa? Man kann es nur hoffen. Und so endet auch das Stück: Lisa, nun selbst integriert, wendet sich der Neuen zu. Ein Schluss, der zumindest die Hoffnung nicht ganz unbegründet lässt.

Nur ein Wermutstrophen bleibt anzumerken: Es gab kaum einen Zuschauer, der durch die vielen Säulen des Lichthofs hindurch freie Sicht zu den beiden Bühnen hatte.

tg