Lokales

"Neckar darf nicht untergehen"

In der naturverträglichen Entwicklung des Neckars sieht der NABU Baden-Württemberg eine der wichtigsten Aufgaben im Natur- und Umweltschutz für den Landkreis Esslingen.

KREIS ESSLINGEN Bei einem Treffen mit Landrat Heinz Eininger im Umweltzentrum Neckar-Fils betonte Stefan Rösler, NABU-Landesvorsitzender, den Kompetenzzuwachs für das Landratsamt Esslingen durch die Verwaltungsstrukturreform in Fragen des Natur- und Umweltschutzes im Landkreis Esslingen. Beide Seiten unterstrichen ihren Willen, im Landkreis Esslingen in der bereits seit Jahren bewährten konstruktiv-kritischen Form auf den Feldern Naturschutz, Umweltschutz und Wasserwirtschaft zusammenzuarbeiten.

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Wichtigste Themen des Treffens waren: das Renaturierungsprojekt "Erblehensee", bei dem auf Gemarkung Wernau ein Stück des kanalisierten Neckars renaturiert werden soll, die Vorschläge des Büros am Fluss zu einer Entwicklung des Neckars für "Mensch und Natur", die Umsetzung der Landesverordnung zur Abwehr fischereiwirtschaftlicher Schäden durch den Kormoran und das seit 1998 im Umweltzentrum Neckar-Fils beheimatete "Grüne Klassenzimmer am Neckar".

Lebensraum für Menschen"Der Neckar muss wieder ein Lebensraum für Mensch und Natur werden", so Johannes Reiss, vom Büro am Fluss. Laut Reiss bietet die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die auch im Landkreis Esslingen am Neckar und seinen Nebenflüssen in den kommenden Jahren umgesetzt werden muss, die einmalige Chance, zugleich ökologische Grundanforderungen zu erfüllen, für die Menschen attraktive Erholungsräume am Fluss zu schaffen und Beiträge zu mehr Hochwasserschutz zu leisten. Das Büro am Fluss hat für den Neckar zwischen Plochingen und Neckartenzlingen ein regionales Konzept erstellt, in dem zahlreiche Einzelmaßnahmen verknüpft werden.

Jenny Helber, Geschäftsführerin des NABU Kreisverbands Esslingen, bedankte sich bei Landrat Heinz Ei-ninger für die jahrelange wichtige Unterstützung, die das Grüne Klassenzimmer am Neckar durch den Landkreis Esslingen erfahren hat. "Ohne die finanzielle Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, die Vielzahl der Themen auf hohem umweltpädagogischen Niveau in jedem Jahr rund 2 000 Kindern und Jugendlichen zu vermitteln." Zugleich hoffte Helber auch in den kommenden Jahren auf die Hilfe des Landkreises.

Der NABU betonte seine Gesprächsbereitschaft bei der Frage, wie mit den steigenden Zahlen von Kormoranen verfahren werden soll, die sich insbesondere im Winterhalbjahr entlang des Neckars aufhalten. Nicht verhandelbar sei aber der von den Fischereiverbänden teilweise geforderte Abschuss von Kormoranen in den Naturschutzgebieten im Neckartal.

pm