Lokales

Nette Leute und Erfahrungen fürs Leben

Steffen Schmid ist Zivildienstleistender bei der Wernauer AMSEL-Kontaktgruppe. Sarah Schefczyk macht dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Sie helfen behinderten Menschen, gehen einkaufen, leisten Fahrdienste, geben zu essen und zu trinken. Die Einrichtung ist nun auf der Suchen nach einem Nachfolger für Steffen Schmid.

WERNAU "Sie helfen uns bei allem, was ein gesunder Mensch selbst machen könnte", erläutert Helene Schweikart, Kontaktgruppenleiterin der Wernauer AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter). Beide jungen Menschen macht die Zeit bei der AMSEL Spaß und sie haben sich auch verändert: "Ich bin heute viel verantwortungsbewusster und verständnisvoller als vor meiner Zivildienstzeit", erzählt Steffen Schmid.

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Den Zivildienst können die jungen Männer auf vielerlei Arten leisten. Es gibt Hausmeisterjobs in Jugendhäusern und Fahrdienste, und es gibt die AMSEL. Zwar ist die Arbeit dort nicht jeden Tag einfach und bequem, aber sie ist sinnvoll und eine wertvolle Hilfe für behinderte Menschen.

"Ich wollte etwas machen, bei dem ich wirklich gebraucht werde, das interessant und sinnvoll ist", erzählt Steffen Schmid, der im März seinen Zivildienst beendet. Während der Arbeit bei der AMSEL müssen sich die jungen Menschen "einlassen": "Hier reißt man nicht nur seine Zeit runter, sondern man entwickelt persönliche Beziehung", erzählt der Zivi. Sarah stimmt ihm zu: "Ich habe hier viele nette Leute kennen gelernt und Erfahrungen fürs Leben gesammelt." Sie will eine Ausbildung zur Gesundheitskrankenpflegerin machen und hält das Freiwillige Soziale Jahr bei der AMSEL vorher für sinnvolle Zeit. Helene Schweikart geht noch weiter: "Wir bauen als Betroffene ein Vertrauensverhältnis zu unseren Helfern auf. Wir brauchen die jungen Menschen, um unsere Selbstständigkeit bewahren zu können."

Die Zivildienstleistenden, Mädchen im Freiwilligen Sozialen Jahr und Praktikanten sind Allrounder. Sie putzen, waschen, schippen Schnee, geben den behinderten Menschen zu essen und zu trinken. Oft sind sie auch die Möglichkeit, um unter andere Menschen zu kommen. Sie fahren mit den AMSEL-Mitgliedern zum Einkaufen oder zum Arzt. Besonders beliebt ist der so genannte "familienentlastende" Nachmittag. Er findet jeden Dienstagnachmittag statt: Alle Helfer und alle Erkrankten treffen sich zum Kaffeetrinken, Schwätzchenhalten und lachen.

Die Monate bei der AMSEL möchten weder Steffen noch Sarah missen. "Das wird mich lange begleiten, und die Zeit werde ich wohl nie vergessen", so Sarah. "Wenn man Menschen helfen kann, sind diese sehr dankbar und das geben sie dann zurück", sagt Steffen. Beide haben heute mehr Verständnis für Behinderte und ihre Probleme. Sie würden jetzt nie mehr einen langsam fahrenden Behindertenbus anhupen. Die Zeit hat die zwei zuverlässiger und verantwortungsbewusster gemacht, und sie sind dabei erwachsener geworden.

Wer Interesse hat, Zivildienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Praktikum bei der AMSEL zu absolvieren , kann sich bei der Wernauer Kontaktgruppe unter der Telefonnummer 0 71 53/3 90 71 melden. Die Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein und einen Führerschein besitzen.

bs