Lokales

Neu über Menschlichkeit diskutieren

KREIS ESSLINGEN Immer wieder lädt das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen hochkarätige Referenten ein, scheut sich nicht vor kontroversen Diskussionen. Brücken zwischen Theologie und Gesellschaft will es mit seinen Veranstaltungen bauen. Mit Erfolg: Innerhalb von drei Jahren verdoppelten sich die Teilnehmerzahlen.

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"Wir wollen, dass neu über Menschlichkeit diskutiert wird, bei Hartz IV geht es um mehr als um Zahlenakrobatik", begründet Bildungsreferent Heiner Köble den sozialen Schwerpunkt. So fragt Herta Däubler-Gmelin am 22. Oktober bei der "Kirchheimer Reihe" nach der Zukunft des Sozialstaats, diskutieren am 5. Oktober in Esslingen Oswald Metzger von den Grünen, IHK-Präsident Wolfgang Kiesel und Ex-Kirchentagspräsident Martin Dolde über eine zukunftsfähige Gesellschaft.



Doch die Themen im neuen Programmheft des Evangelischen Bildungswerks reichen weit über soziale Fragen hinaus: Die Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann, Sachverständige im Kaplan-Prozess, referiert in Nürtingen über Hintergründe zur Kopftuchdebatte, Brigitte Lämmle vom SWR fragt bei "Klartext im Blarer" in Esslingen nach der Kraft, die Paare und Familien trägt, und Pater Anselm Grün nähert sich in der "Nürtinger Reihe" dem "unbekannten Wesen Mann."



Einen Volltreffer landete das Bildungswerk mit seinem siebenteiligen Seminar "Kirchengeschichte im Überblick". Es ist bereits vor Erscheinen des neuen Programms ausgebucht und soll anschließend wiederholt werden. Ähnlich große Nachfrage besteht nach dem Treffpunkt "Silberstreif", einem niederschwelligen Angebot für Trauernde, das seit einiger Zeit monatlich im Café Kiefer in Esslingen stattfindet. Auch die anderen, inzwischen bewährten Veranstaltungen zur Trauerarbeit führt das Evangelische Bildungswerk weiter. Wieder im Programm ist ebenso das Meditationsangebot in Esslingens Franziskanerkirche. Fortgeführt wird auch die Reihe "Steine erzählen vom Glauben" nun mit Führungen in Tiefenbronn (2. Oktober) und Frickenhausen (29. Oktober).



Heiner Köble lobt das starke Engagement der Kirchengemeinden für die Bildungsarbeit, auch deren finanziellen Einsatz: Nur so könnten trotz erneut gekürzter Landesmittel die Teilnehmerbeiträge gewohnt niedrig gehalten werden. Nach aktuellen Tendenzen der Bildungsarbeit gefragt, nennt Köble zum einen die Zunahme an Erziehungsthemen, zum anderen die vermehrte Ergänzung von Vortragsveranstaltungen durch Angebote mit Kunst, Literatur und Musik.



Das neue Programm gibt es kostenlos beim Evangelischen Bildungswerk (Telefon 0 70 22/90 57 60, E-Mail Bildungswerk.Esslingen@elk-wue.de) oder bei den Pfarrämtern. Informationen sind auch unter www.ev-bildungswerk-esslingen.de erhältlich.