Lokales

Neue Lebensgrundlage

Die Diakonie-Katastrophenhilfe, das Umweltministerium Baden-Württemberg sowie die Stuttgarter Speidel-Stiftung und der Verein der Lions-Freunde Nürtingen-Kirchheim haben gemeinsam ein Hilfsprojekt für Tsunami-Überlebende in Sri Lanka auf den Weg gebracht.

KIRCHHEIM Das so genannte "Eco Village" in Akmeemana, nordöstlich von Galle, umfasst 120 Häuser, ein Bürgerzentrum, einen Kindergarten und eine Gesundheitsstation. Für das Projekt sind etwas über zwei Millionen Euro eingeplant. Davon tragen die Diakonie-Katastrophenhilfe 1,3 Millionen Euro, das Umweltministerium aus Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg 700 000 Euro, die Speidel-Stiftung 100 000 Euro und die Lions-Freunde 60 000 Euro. Der Bau soll im Februar 2006 beginnen und innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen sein.

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Der Abteilungsleiter der Diakonie-Katastrophenhilfe, Thomas Hoerz, unterstrich, mit dem Projekt sollten die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur Wohnungen, sondern eine neue Lebensgrundlage erhalten. Integrativer Bestandteil seien deshalb Ausbildungsangebote sowie Einkommen schaffende Maßnahmen, etwa im Umweltbereich. Die Diakonie-Katastrophenhilfe fördert in Sri Lanka insgesamt zehn Projekte in einem Umfang von 5,3 Millionen Euro. Die Programme, unter anderem der Bau von Wohnhäusern im Norden und im Osten der Insel sowie eine Bootswerkstatt, werden durch ein eigenes Projektbüro in Colombo koordiniert.

Die geplante Siedlung habe in ökologischer Hinsicht Vorbildcharakter und solle zugleich ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung sein, betonte Umweltministerin Tanja Gönner. So werde das Gebiet schonend und landschaftsgerecht gestaltet. Für die Wasserversorgung werde Regenwasser genutzt, die Abwasserentsorgung erfolge durch Drei-Kammer-Kläranlagen. Für die Energieversorgung plane man im Rahmen des Möglichen den Einsatz regenerativer Energiequellen. Die Ministerin würdigte das gemeinsame Engagement aller Partner und insbesondere auch der Landesstiftung Baden-Württemberg: "Es ist beispielgebend für eine weltweite Solidarität der Menschen in einer zunehmend globalisierten Welt."

Der Honorarkonsul von Sri Lanka und Vorsitzende der Speidel-Stiftung, Norbert Quack, bedankte sich im Namen des Inselstaates bei allen Beteiligten sowie bei allen Spenderinnen und Spendern, die "durch großzügige Spenden viele Bausteine zu unserem neuen Dorf beigetragen zu haben". "Die nachhaltige Betreuung der Hilfebedürftigen hat uns veranlasst, dieses Projekt zu unterstützen", erklärte Roland Kilgus vom Verein der Lions-Freunde. Sein Verein habe bereits vor dem Tsunami humanitäre Projekte in Sri Lanka gefördert und nach der Flutkatastrophe erneut eine Hilfsaktion gestartet.

pm