Lokales

Neue Perspektiven aufgezeigt

„Girls only“ hieß es am Samstag im Kirchheimer Bohnauhaus. Hier hatten die Mitarbeiterinnen des Pädagoginnentreffs zum alljährlichen Mädchentag geladen. Und auch bei der mittlerweile 13. Auflage des großen Aktionstages wollten die Veranstalterinnen bei den Schülerinnen wieder Lust auf Neues wecken.

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NICOLE MOHN

Kirchheim. „So was schon mal in der Hand gehabt?“ Tatjana Rodiova hält eine Schieblehre hoch. Interessiert lassen sich Julia und Kerstin zeigen, wie das Messwerkzeug funktioniert. Wenig später sitzen sie am Tisch und feilen die Kanten von Blechstücken. Namensschilder sollen daraus später werden. „Es ist cool, so etwas mal auszuprobieren“, sind sie sich einig.

Ausprobieren konnten die Schülerinnen wieder vieles beim Mädchentag des Pädagoginnen-Treffs: Überall im Bohnauhaus und im Garten gab es für die rund 300 Mädchen aus Kirchheim und Umgebung den ganzen Tag über Workshops und Mitmachaktionen. „Typische“ Themen wie Make-up und Frisuren dürfen dabei nicht fehlen. Doch eben diese Klischees will der Tag eigentlich nicht bedienen. „Wir möchten vielmehr dazu anregen, auch mal was Neues zu entdecken“, sagt Gertrud Rieke vom Pädagoginnen-Treff. Bewusst suchen die Organisatorinnen deshalb immer Angebote aus, die den Mädchen neue Perspektiven und Möglichkeiten zeigen. Vom Buchbinden bis zur Steinbearbeitung, Modezeichnen, Visitenkartengestaltung am PC oder Holzbearbeitung konnten die Teilnehmerinnen auch dieses Mal wieder in viele neue Bereiche reinschnuppern – ohne Konkurrenz zu den Jungen oder unter Schulstress.

Und das wird von den Schülerinnen gut angenommen. Während der Run auf die Plätze beim Schminken und Frisieren schnell abgeebbt ist, stehen bei Tatjana schon die nächsten, die sich mal in der Metallbearbeitung versuchen wollen. Erste Berührungsängste sind auch an der Säge schnell vergessen: Hier schneiden die Mädchen Anhänger aus Holz aus, die sie anschließend farbig gestalten. „Gar nicht so schwer“, findet Lisa, die gerade einem Vogel Kontur gibt. Sabine und Christina, beide 14, wissen hingegen noch nicht so recht, was aus dem Stück Speckstein werden soll, das sie mit den Feilen bearbeiten. „Macht nichts“, beruhigt die erfahrene Steinmetzin Eva Brandt, „die Idee kommt beim Bearbeiten.“

Unten im großen Saal geht es derweil temperamentvoll zu: Flamenco steht gerade auf dem Programm, später geht es dann musikalisch weiter nach Südamerika zu Salsa und Merengue. Und in der Küche wird leckeres Fingerfood für die ganze Meute fabriziert. Dazu gibt’s an der Bar einen leckeren alkoholfreien Cocktail. Den genießen die Mädels schwatzend und lachend beieinanderhockend. Doch dann geht’s schon wieder weiter. Schließlich gibt es noch viel zu entdecken, beim Mädchentag.