Lokales

Neuer Antrieb für die Kirchenglocken

Ein ruhender Pol im schnelllebigen Informationszeitalter ist der gute, alte Kirchturm: Als die Glocken der Martinskirche in den vergangenen Tagen nicht immer wie gewohnt die Mittagspausenzeit einläuteten, kamen etliche Anwohner und Arbeitnehmer mit ihrer Tagesplanung durcheinander.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Streng genommen ist es nur eine einzige Glocke die "Betglocke", die pünktlich um 12 Uhr laut hörbar anzeigt, dass es Mittag ist. Wie sehr jemand, der regelmäßig dieses 12-Uhr-Läuten hört, darauf gepolt sein kann, spätestens mit dem ersten Glockenschlag einen stark ausgeprägten Appetit zu entwickeln, zeigte sich erst jetzt, als die Glocke aus technischen Gründen immer wieder ausfiel. Die gute Nachricht für alle verunsicherten Zeitgenossen in Kirchheims Innenstadt lautet, dass seit gestern alle Schwierigkeiten behoben sein müssten.

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Als Ursache für das zeitweilig ausbleibende Läuten gibt Kirchenpfleger Bernd Kemmner den Ausfall der Totenglocke an, die bei Beerdigungen auf dem Alten Friedhof vom Martinskirchturm aus die jeweils letzte Stunde schlägt. Seit rund zwei Monaten habe es Probleme mit der Leitung von der Friedhofskapelle her gegeben. Um diesen Defekt zu beheben, sei nun das ganze System umgestellt worden: "Vereinfacht ausgedrückt, haben wir jetzt statt einer mechanischen Antriebssteuerung eine elektronische." Während der Arbeiten an der neuen Steuerung kam es nicht nur zum zeitweiligen Ausfall des regulären Läutens, sondern mitunter auch zu "unzeitgemäßem" Probeläuten. Beides sollte von nun an nicht mehr vorkommen.

INFOWerktags melden sich die Glocken der Martinskirche vier mal: um 6.30 Uhr, um 12 Uhr, um 15 Uhr zur Todesstunde Jesu sowie abends um 19 Uhr (im Winter um 18.30 Uhr). Hinzu kommen die Totenglocke bei Beerdigungen und das Einläuten von Sonn- und Festtagen am Vorabend um 18 Uhr.