Lokales

Neuer Studiengang

"Innovation bedeutet mehr, als nur tolle Ideen zu haben", sagt Frank Andreas Schittenhelm, Professor an der Hochschule Esslingen. Wie man es schafft, dass aus guten Ideen auch gewinnbringende Produkte werden, können künftige Führungskräfte im neuen Masterstudiengang Innovationsmanagement an der Hochschule Esslingen lernen.

KORNELIUS FRITZ

Anzeige

ESSLINGEN Früher verkauften Autohersteller zehn Jahre lang das gleiche Modell, heute kommt meist schon nach fünf Jahren ein Nachfolger auf den Markt. Firmen, die konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen deshalb ständig neue entwickeln und das nicht nur in der Automobilindustrie. Doch was macht ein innovatives Unternehmen aus? Kluge Köpfe gebe es in den meisten Firmen, glaubt Frank Andreas Schittenhelm: "Das Management muss aber auch die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen entstehen können", sagt der Leiter des Studiengangs Innovationsmanagement an der Hochschule Esslingen. Gerade in Deutschland würden in vielen Firmen eher die Risiken als die Chancen gesehen. Kein Wunder, dass zum Beispiel das in Deutschland erfundene MP3-Format erst durch amerikanische Firmen zum Erfolg wurde.

Wie man in einem Unternehmen ein innovationsfreundliches Klima schafft, lernen die 17 Studenten, die sich zum Wintersemester für den neuen Aufbaustudiengang eingeschrieben haben. In drei Semestern geht es unter anderem darum, wie man das kreative Potenzial seiner Mitarbeiter nutzt, wie man die Marktchancen neuer Ideen abschätzt und diese schließlich zu fertigen Produkten weiterentwickelt. Im dritten Semester können die Studenten das Erlernte in einer Projektarbeit anwenden.

Wer sich für den deutschsprachigen Masterstudiengang interessiert, muss bereits ein Studium abgeschlossen haben. Im ersten Jahrgang stellen die Betriebswirte die Mehrheit. "Wir nehmen aber auch gerne Ingenieure oder Absolventen aus ganz anderen Bereichen", sagt Schittenhelm. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse sollten die Studenten allerdings mitbringen, "sonst werden sie sich im einen oder anderen Fach schwer tun".

Zu den ersten Studenten gehört der 28-jährige Urs Weber, der zuvor an der FH in Heidelberg ein BWL-Studium abgeschlossen hat. Innovationsmanagement reizt ihn, weil er auf einen Job hofft, in dem er abteilungsübergreifend arbeiten kann. "Das finde ich besser, als immer nur Marketing oder Controlling zu machen", sagt er. Seine Kommilitonin Margit Beutler hat festgestellt, dass Innovationsmanagement "zurzeit in aller Munde ist, aber nur wenige Leute in diesem Bereich wirklich kompetent sind". Deshalb rechnet sich die 26-Jährige, die zuvor in Frankreich unter anderem Politikwissenschaften studiert hat, gute Berufschancen aus. Auch Studiengangleiter Schittenhelm glaubt, dass die Absolventen gefragte Leute sein werden vor allem bei großen Firmen und Unternehmensberatungen. Um die Erwartungen der Wirtschaft möglichst genau zu erfüllen, sind die Studieninhalte mit einem Industriebeirat abgestimmt worden, in dem Vertreter von namhaften Firmen sitzen. Auch die Hälfte der Dozenten kommt aus der Wirtschaft.

INFOIm Sommersemester 2008 stehen 15 Studienplätze zur Verfügung. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar. Weitere Informationen gibt es unter www.innovationsmaster.de