Lokales

Neuer Unimog für den Notzinger Bauhof

Der Brand beim Bauhof in Notzingen beschäftigte den Notzinger Gemeinderat aufs Neue. Ein Teil des Daches muss erneuert werden und die Entscheidung pro Unimog ist gefallen.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Die Reinigung ist beendet. Im linken Teil ist alles runtergewaschen und die Wände sind neu gestrichen", konnte Notzingens Bürgermeister Flogaus während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichten. Allerdings muss ein Teil der Decke komplett erneuert werden. Der Schaden ist gravierend. An dem Kassettendach war unter anderem eine Bitumenschicht angebracht, die als "schwarze Brühe" bei den Löscharbeiten die Wände runtergetropft ist. "50 000 Euro reichen nicht", ist sich Jochen Flogaus sicher, obwohl bislang noch kein Kostenvoranschlag vorliegt. Auch das Inventar ist teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen worden. So wurde in diesem Teil des Bauhofs unter anderem auch der gesamte Ersatz für die Straßenbeleuchtung gelagert. "Die Bogenlampen sind alle kaputt", erläuterte der Schultes. Zwar werde jeder Schraubenzieher von der Versicherung ersetzt, doch das angebrannte Material muss als Sondermüll entsorgt werden. Der VW-Transporter ist mittlerweile instandgesetzt und der Unimog für knapp 3000 Euro verkauft.

Als Anerkennung für ihr bürgerschaftliches Engagement bekam die Kirchheimerin, die den Brand im Notzinger Bauhof gemeldet hatte, einen Blumenstrauß. "Wäre der Qualm nur eine halbe Stunde später festgestellt worden, gäbe es keinen Bauhof mehr", sagte Jochen Flogaus.

Eine äußerst lange Diskussion im Ratsrund gab es, als es um die Ersatzbeschaffung des Unimogs ging. Zwar war die Frage wegen des Preises schnell entschieden, dass statt eines Kommunalfahrzeugs JCB Fastrac 3190 wieder ein Unimog U 300 gekauft werden soll, die Entscheidung wurde jedoch vom einen oder anderem mit Hingabe begründet.

Auch das Thema Gebrauchtfahrzeug, das von der SPD-Fraktion angeschnitten wurde, war mehrheitlich schnell vom Tisch. "Es gibt keine guten Gebrauchten", brachte es Rudolf Kiltz auf den Punkt und Erhard Reichle ergänzte: "Wir brauchen ein zuverlässiges Fahrzeug. Wenn Reparaturen anstehen, ist das gesparte Geld schnell weg."

Wie wichtig dieses Bauhoffahrzeug ist, zeigte sich beim Winterdienst. Das Mietfahrzeug war nicht voll funktionsfähig, weshalb eines Morgens nicht geräumt werden konnte. An den Steilstrecken weigerte sich die Müllabfuhr die Eimer zu leeren und viele Anwohner beschwerten sich über die mangelnde Pflichterfüllung der Gemeinde.

Bei einer Enthaltung beschloss der Notzinger Gemeinderat einen Unimog U 300 im Wert von knapp 130 000 Euro zu kaufen. Dies sei zwar ein stolzer Betrag, gab Jochen Flogaus zu, sollte das Fahrzeug aber wie die beiden Vorgängerfahrzeuge mindestens 20 Jahre halten, wäre das Geld gut angelegt. "Ohne den Brand hätte unser gut gepflegter Unimog noch mindestens sechs bis acht Jahre gehalten", ist der Schultes überzeugt.