Lokales

Neues Großprojekt in Lenningen

Gemeinderat beschloss den Neubau einer Mehrzweckhalle in Unterlenningen

Nun ist es offiziell: In Unterlenningen wird eine neue Mehrzweckhalle gebaut. Zu diesem Entschluss kam der Lenninger Gemeinderat nach mehrfachen nicht öffentlichen Vorberatungen während seiner jüngsten Sitzung.

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Iris Häfner

Lenningen. Weil schon vor der öffentlichen Beratung mit den betroffenen Vereinen Gespräche geführt wurden, kursierten seit einiger Zeit bereits Gerüchte im Ort, was die Zukunft der in die Jahre gekommenen Turn- und Festhalle Unterlenningen anging. Ein Gutachten hat schon 2005 einen grundlegenden Sanierungsbedarf ergeben, was jedoch wegen des Neubaus von Haus G am Bildungszentrum und des Anbaus an die Grundschule Oberlenningen vorerst auf Eis gelegt wurde.

Geschätzt wurden damals 1,5 Millionen Euro für eine Sanierung und 1,65 Millionen Euro für einen Neubau. Vor allem im Hinblick auf Betriebskosten, Logistik und Nutzungsmöglichkeiten fasste der Gemeinderat eher einen Neubau ins Auge. Jochen Wilfert von der Knecht Ludwigsburg Planungs- und Baugesellschaft stellte nun den ersten Entwurf dem Gemeinderat vor, wobei schon die ersten Wünsche aus den Reihen der Vereine berücksichtigt waren.

Aus der lang gestreckten Halle wird in Zukunft ein eher quadratischer Baukörper, der in seiner Längsachse gedreht wird und somit parallel zur Bahnlinie verläuft. Die Halle wird auf drei Seiten von Nebengebäuden flankiert, einzig die Südwestseite bleibt mit einer breiten Fensterfront frei. Auf der Westseite ist die Küche samt Getränkelager und Geräteraum untergebracht, im Anschluss daran in Richtung Gleise findet sich der Mehrzweckraum, der bereits schon vom Architekten in der Kubatur vergrößert wurde. Auf der Nordostseite ist auch der Haupteingang. „Er wird von beiden Seiten gleichwertig zu erreichen sein“, so Jochen Wilfert. Hier befinden sich auch die Toiletten sowie Technikräume. Auf der Seite Richtung Grundschule gibt es einen separaten Sportlereingang, ferner ist hier das Tisch- und Stuhllager untergebracht sowie ein weiterer Geräteraum. Auf Bitten der Vereine wurde Letzterer um 30 Prozent vergrößert. Über dem Foyer und den Toiletten finden sich ein Technikraum sowie jeweils zwei Umkleide- und Lehrerräume. Auf der gesamten Länge ist von dort der Blick runter in die Halle frei, dieser Bereich ist der einzige zweigeschossige Trakt.

400 Besucher haben in der Halle Platz. „Der Saal ist größer als der bisherige und es gibt mobile Bühnenelemente“, erklärte der Architekt weiter. Somit sind die Veranstalter ungebunden was die Raumaufteilung anbelangt und bei Lesungen reicht auch eine kleine Bühne. Die Halle ist auch teilbar, entweder mittig oder flexibel nach unterschiedlichen Gruppengrößen. „Das kommt dem täglichen Sportbetrieb zugute“, so die Erfahrung des Planers. Insgesamt hat das Gebäude eine Nutzfläche von 1000 Quadratmetern. Erste Kostenschätzungen gehen von rund 2,4 Millionen Euro aus.

Der TV Unterlenningen kam mit der Bitte, die Deckenhöhe von 5,5 auf 7 Meter zu erhöhen, um so optimale Bedingungen für Volleyball zu bekommen. „Für Einfeldhallen – wie in diesem Fall – ist eine Höhe von 5,5 Meter üblich. Das heißt aber nicht, dass wir an dieser Norm festhalten müssen“, erklärte Jochen Wilfert und präsentierte Pläne, wie das größere Bauwerk aussehen könnte. Die Erhöhung würde allerdings zusätzliche Kosten von etwa 75 000 Euro verursachen. Schon aus statischen Gründen sind stabilere Wände nötig.

Auch die Küche sorgte für Diskussionen. Der Architekt ging in seiner Planung von einer Catering- und Spülküche aus. Angesprochen von Seiten der Vereine wurde jedoch auch eine Vollküche. In diesem Fall müsste einiges beachtet werden: größere Fläche und Kubatur, zusätzliche Kühlräume und ein Personalraum, Herd, Fritteuse, Möbel, Kühlzelle und nicht zuletzt ein Fettabscheider. „Außerdem wird es für den Betrieb Auflagen geben“, weiß der Architekt. Schulungen von Vereinsmitgliedern sind nötig und das Gesundheitsamt würde regelmäßig kontrollieren. Etwa 66 000 Euro würde eine Vollküche mehr kosten.

„Es ist richtig, die Sportler nach oben zu schicken und die WCs unten zu installieren“, verteidigte Jochen Wilfert seine Planung vor allem im Hinblick auf die älteren Besucher bei Kulturveranstaltungen. Die Grundschule hatte darum gebeten, die Umkleideräume ebenerdig zu bauen, um „das Risiko für Treppen hinaufstürmende Schüler auszuschließen“.

Recht schnell kristallisierte sich im Gemeinderat eine Mehrheit für den Grundsatzbeschluss eines Neubaus heraus. Großen Wert legt das Gremium allerdings darauf, die Planungen bei Bedarf ändern zu können. Wichtig ist den Räten auch, dass in Zusammenarbeit mit den betroffenen Vereinen an den Plänen gearbeitet wird. Außerdem stellt die Verwaltung Anträge auf Fördergelder.