Lokales

Neues Messgerät für Rotlehenquelle

Als der Jahresabschluss 2004 für den Eigenbetrieb Wasserversorgung in Lenningen vorgestellt wurde, kam auch die Rotlehenquelle zur Sprache. Hier gab es im Probebetrieb wieder eine kleine Störung. Betroffen war davon niemand, da die Quelle nicht ans Wasserleitungsnetz angeschlossen ist.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Der Trübungsmesser der Rotlehenquelle ist der Problempunkt der Anlage. "Die Sonde misst nicht so genau. Abweichungen des Trübungs-Messwerts in der Größenordnung von 0,5 sind möglich", erklärte Karl-Heinz Griesinger vom Tiefbauamt. Bei einem zulässigen Grenzwert von 2,5 ist dies nicht unerheblich. Da es sich um eine Karstquelle handelt, muss insbesondere nach starken Regenfällen mit einer erhöhten Trübung gerechnet werden. Bei der jüngsten Störung wurde der Grenzwert um 0,2 überschritten.

Das Problem soll nun mit einem Durchflusstrübungsmesser gelöst werden. Das Gerät wird kostenneutral ausgetauscht, da es sich um eine Gewährleistung handelt. "An und für sich funktioniert die Anlage jetzt gut", berichtete Karl-Heinz Griesinger. Während der erneuten Probephase entdeckten die Techniker noch "weitere Mucken", die jedoch ausgemerzt sind. "Wir haben jetzt deutlich mehr Sicherheit. Nach menschlichem Ermessen kann eigentlich nichts mehr schief gehen", schätzt Bürgermeister Schlecht die Situation ein.

"Diese Anlage ist wohl zu klein ausgelegt", bemängelte Roland Sailer. Dem widersprachen jedoch Michael Schlecht und Karl-Heinz Griesinger. "Das Karstwasser bringt naturgemäß Probleme mit sich. Im Vergleich zu früher sind die Grenzwerte jedoch strenger", so der Tiefbauamtsleiter. Wäre die Anlage größer, wäre sie an 357 Tagen im Jahr überdimensioniert, so der Einspruch des Schultes. "Auch das würde uns Kosten verursachen", erklärte er. Zudem sei es die richtige Entscheidung des Gemeinderates gewesen, sich für Eigenwasserversorgung auszusprechen.

Der Jahresabschluss 2004 des Eigenbetriebs Wasserversorgung hat eine Bilanzsumme von knapp 3,9 Millionen Euro. Davon entfallen rund 3,7 Millionen Euro auf das Anlagevermögen und rund 205 000 Euro auf das Umlaufvermögen. Der Jahresüberschuss beträgt rund 12 000 Euro und wird zur Tilgung des bilanziellen Verlustvortrages verwendet.

Roland Sailer sprach den relativ hohen Wasserverlust im Gutenberger Netz an. "Wir haben mehrere kleine Brüche gefunden. Zweimal wurde das ganze Netz untersucht und nichts gefunden. Manchmal dauert es Wochen, bis man auf eine defekte Leitung stößt", erklärte Karl-Heinz Griesinger. Zudem seien 20 Prozent Verlust in einem alten Netz völlig normal. Dafür hatte Jürgen Rau Verständnis. "Ein großes Loch in einer Leitung ist schneller zu finden als 500 kleine. Es macht keinen Sinn, ständig danach zu suchen", sagte er. Gleichwohl versicherte Michael Schlecht, den Wasserverlust so gering wie möglich zu halten.

"Ein Verlust von unter 30 Prozent ist nicht ganz so dramatisch", lautete die Ansicht von Kämmerer Herbert Braun. Beim Eigenwasser seien die

Fixkosten gering und da Lenningen vertraglich dazu verpflichtet sei, eine bestimmte Menge von der Landeswasserversorgung zu beziehen, würde sich dies bei den Kosten für die versickernde Wassermenge nicht drastisch auswirken.