Lokales

Neues von der Anti-Aging-Front und fossilierenden Greisinnen

Christiane Maschajechi befasste sich zum Auftakt des Sommerprogramms der Kirchheimer Stadtbücherei mit der Würde des Alters

Kirchheim. Mit zahlreichen literarischen Auszügen gelang es Christiane Maschajechi, ihr Publikum immer wieder zum Schmunzeln, Lachen,

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veronika spät

und Nachdenken zu bewegen und dabei das Thema „Würde des Alters“ von einer erfrischenden Perspektive zu betrachten.

Einmal mehr konnte die Schauspielerin in der ausverkauften Kirchheimer Stadtbücherei für einen gelungenen Auftakt des Sommerprogramms sorgen. Bei ihrem jüngsten „Heimspiel“ trug sie ausgewählte Texte und Zitate vor und beschäftigte sich mit der Frage „Wo bleibt die Würde des Alters?“.

Eingeleitet durch Trommelwirbel und Fanfarenklänge wurde den Gästen eine neue Christiane Maschajechi präsentierte, die mit Blondhaarperücke und XXL-Busen ihre Gedanken zu den Themen Ü 30, Midlifecrisis und gegenwärtigen Optionen für Altersmodelle humorvoll und scharfsinnig vortrug.

Wer nicht als „seniler, lustloser Depp“ enden wolle, bleibt nach Christiane Maschajechi letztlich nur der Griff zu Viagra und Co., um einem getunten Lebensabend freudiger entgegengehen zu können. Das Alter – bis vor Kurzem noch unerwünschtes „Auslaufsmodell“ – sei dank Hormon- Therapien, Schönheitsoperationen und verjüngter Selbstdarstellung bereits heute wandelbar zum attraktiven „Austauschmodell“. Auf der anderen Seite der Anti-Aging-Front verwendete die Darstellerin mit ihrer augenzwinkernden Art mehrmals Zitate der verstorbenen Komödiantin Lotti Huber, die sich bis ins hohe Alter nicht mit dem Klischee einer hilfsbedürftigen, „fossilierenden“ Greisin hatte belegen lassen.

Sind aber Würde, Weisheit und Respekt als begleitende Tugenden des Älterwerdens bereits unwiederbringliche Relikte der Vergangenheit? Christiane Maschajechi bot an diesem kurzweiligen Abend in der Kirchheimer Stadtbücherei Antworten und Denkansätze für alle Geschmäcker.

Mit ihrer gelungenen Auswahl an ernsten, nachdenklichen, zynischen, sarkastischen und vor allem aber humorvollen Texten bekannter und auch anonymer Autoren, wurde auch ihr jüngster Auftritt zum Genuss für das Publikum. Manche Besucher wird dabei nicht nur mit einem Schmunzeln nach Hause gegangen sein, sondern auch mit einer verjüngten Einstellung zum Thema „Älter- werden“. Schließlich mache nichts so alt, wie das eigentliche Grübeln darüber, hatte Christiane Maschajechi – Harald Hurst zitierend – abschließend betont.

Wer Christiane Maschajechi erneut live auf der Bühne erleben will, hat dazu Gelegenheit am Freitag und Samstag, 24. und 25. Oktober im Schlosskeller in Nürtingen mit dem Thema „Schwäbische Erotik“ sowie am Freitag, 7. November, im Bürgerhaus Zehntscheuer in Nabern.