Lokales

Neuordnung wird weiterverfolgt

Mehr Geld in die Jugend zu investieren, gleichzeitig insgesamt aber weniger Geld auszugeben, ist das Ziel, dem sich Verwaltung und Gemeinderat beim komplexen Thema Zuwendungen und Zuschüsse an Vereine und Verbände behutsam nähern möchten.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Nach der Kenntnisnahme der geplanten Vorgehensweise wurde die Verwaltung vom Kirchheimer Ratsgremium einstimmig beauftragt, eine weitergehende Maßnahmenliste zu erarbeiten, in der dann beispielsweise auch Hallenbelegungskriterien mit einbezogen sind. Diese Liste soll dann zunächst dem Haushaltskonsolidierungsausschuss vorgelegt werden.

Anlass der neuerlichen Beschäftigung mit dem Thema war ein bereits im Rahmen der Haushaltsberatungen 2005 gestellter Antrag, alle Freiwilligkeitsleistungen der Stadt zum 31. Dezember 2005 zu beenden, um für das kommende Jahr eine Neuordnung zu erreichen. Seitens der Verwaltung war dargestellt worden, "dass dies aus Gründen der Planungssicherheit nur sehr schwer möglich ist, sofern erst im Dezember im Rahmen der Beschlussfassung zum Haushalt endgültig darüber entschieden wird."

Der Auftrag, alle Zuschüsse nochmals differenzierter aufzuschlüsseln, wurde nun gleich doppelt aufgearbeitet. Als Grundlage für die weiteren Beratungen bekamen die Gremiumsmitglieder zwei verschiedene Gesamtübersichten vorgelegt. Einmal sind dort die gesamten Zuschussempfänger nach Haushaltsstellen sortiert und unabhängig von der Zuschussart zusammengefasst, um darzustellen, in welchem Gesamtbetrag jeweils Zuschüsse gewährt werden. Einen genauen Überblick über Bar-Zuschüsse und Verrechnungen gibt eine zweite Zusammenstellung.

Von der Verwaltung wurde deutlich gemacht, dass bei der künftigen Bezuschussung insbesondere das Thema Jugendförderung im Vordergrund stehen soll. Bei Sportvereinen sollte dabei im Blick auf die demografische Entwicklung auch die Frage des Seniorensports künftig stärker berücksichtigt werden. Vorgeschlagen wird daher, mit dem Stadtverband für Leibesübungen Verhandlungen über eine Neuordnung des Sportförderungstopfes aufzunehmen und parallel dazu auch mit der AG Kultur über entsprechende Neuordnungen zu verhandeln. "Ziel sollte sein, die in der Jugendarbeit aktiven Vereine stärker als bisher zu fördern und gleichzeitig eine Einsparung bei den Vereinszuschüssen insgesamt zu erzielen".

Wie sich eine solche Verschiebung hin zu einem reinen Jugendzuschuss für Einzelvereine und für die Stadt insgesamt positiv auswirken kann, wird in der Sitzungsvorlage an einem Beispiel aufgezeigt. Wird etwa beim VfL der Betrag für Jugendliche von bisher 7,67 auf 10 Euro erhöht, während kein Zuschuss für die Geschäftsstelle und für Erwachsene gewährt wird, würde die Fördersumme von bisher 19 787,10 auf 19 850 Euro steigen. Die Stadt würde bei diesem Beispiel aber nur noch 39 810 statt der bisherigen 43 307 Euro ausgeben. Soll auch eine entsprechende Förderung von Menschen über 50 anvisiert werden, müsste gegebenenfalls der Betrag für Jugendliche nach unten korrigiert werden.

Vereine, die verstärkt auf eine aktive Jugendarbeit setzen oder sich angesichts der demografischen Entwicklung intensiver um die Gesundheit älterer Menschen kümmern, würden also von dieser angeregten Neuordnung der Förderpraxis profitieren, die auch auf die Vereine der Teilorte ausgedehnt werden sollte, die nicht Mitglied in den Dachverbänden sind.