Lokales

"Nicht für Autofahrer attraktiv machen"

Mit dem Ausbau von Ortsstraßen hatte sich der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung zu befassen. Dabei ging es um den Weg an der Kirche, Alte Ötlinger Straße sowie Silcher- und Mörikestraße.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Die Situation in der Ötlinger Straße ist nach wie vor ungeklärt, wir sollten daher auf die Umsetzung im nächsten Jahr verzichten", schlug Notzingens Bürgermeister Flogaus vor. Hier müssen über kurz oder lang Wasserleitung und Kanal saniert werden, wobei Kosten von rund 300 000 Euro anfallen würden. Statt der Alten Ötlinger Straße soll nun die Jahnstraße von der Uhlandstraße bis zum Müllerweg in den Genuss eines Ausbaus kommen, wobei das Ingenieurbüro Hettler & Partner dazu eine Kostenschätzung vorlegen soll. Seit rund 30 Jahren ist dieser Abschnitt nur halbseitig ausgebaut. "Im Hinblick auf die Anfahrt zu beiden Hallen und der Schule ist die Situation nicht befriedigend", begründete Jochen Flogaus seinen Vorschlag. Außerdem sollen auf der angrenzenden Grünfläche noch Parkplätze entstehen,

In der Silcherstraße müssen Kanal und Wasserleitung ausgetauscht werden, die Kosten samt Straßenausbau liegen bei rund 150 000 Euro. Hier sollen zusätzliche Parkplätze für die Lehrkräfte entstehen. "Durch den Umbau der Halle sind einige Parkplätze verloren gegangen. Es ist deshalb gut, wenn dafür Ersatz geschaffen wird", so Herbert Hiller. Gleicher Ansicht ist auch Rudolf Kiltz. "Viele Kinder werden zur Schule gebracht oder abgeholt. Parken Autos auf der Straße, wird es dort recht eng", erklärte er.

Kontrovers diskutiert wurde dagegen der Ausbau der Mörikestraße. Dort müssen für etwa 270 000 Euro ebenfalls Wasserleitung und Kanal saniert werden. Aus Sicherheitsgründen möchte Gerhard Mergenthaler die kleine, geschwungene Straße für die Autofahrer nicht attraktiver machen. Gleicher Ansicht ist auch Erhard Reichle. "Der Ausbau sollte keinesfalls so sein, dass die Mörikestraße zu einer Umfahrungsstrecke wird", so seine Aussage. Emiliana Montero Rodriguez ist die Sicherheit der Kinder ebenfalls ein Anliegen. "Wenn wir die Straße ausbauen, sollte sie entweder einen Gehweg erhalten oder verkehrsberuhigt werden", sagte sie. Von Letzterem riet Jochen Flogaus jedoch ab, da dann nur an ausgewiesenen Stellen geparkt werden darf und wohl nicht mehr als vier Buchten unterzubringen seien. "Wir sollten die Hecke zur Schule hin auf jeden Fall erhalten", sprach sich Eduard Bosch für den grünen Schutz aus. Werde die Straße nicht verbreitert, brauche es keinen Gehweg, da die Autos weiterhin langsam fahren würden. Eine endgültige Entscheidung bezüglich der Mörikestraße gab es nicht. Das Ingenieurbüro wird Entwürfe ausarbeiten, die dann als Diskussionsgrundlage dienen.

Derartige Unklarheiten gab es bei dem Weg an der Kirche nicht. Für rund 100 000 Euro wird hier die Wasserleitung erneuert und der Weg mit einem neuen Belag versehen. "Die evangelische Kirche will in diesem Bereich selbst sanieren. Der Kirchengemeinde wurde daher mitgeteilt, dass die Planung bis Anfang nächsten Jahres stehen muss, damit der Ausbau dann im Sommer erfolgen kann", teilte Jochen Flogaus dem Gemeinderat mit.