Lokales

Nicht gewählt und doch zufrieden

Mit etwas Abstand zum Wahltag haben die Kirchheimer Liberalen den Wahlkampf und -ausgang diskutiert. Wenngleich Kandidat Frank Schweizer den Sprung in den Landtag um 945 Stimmen verfehlte, war die Diskussion bei der Ortsverbandssitzung von Freude über das Wahlergebnis bestimmt.

KIRCHHEIM 7 390 Wählerinnen und Wähler hatten am 26. März im Wahlkreis Kirchheim ihr Kreuz bei Frank Schweizer und der FDP gemacht immerhin 1541 mehr als bei der Wahl 2001. Im Regierungsbezirk Stuttgart kam so das zehntbeste Ergebnis bei den absoluten Stimmen zu Stande, im Land Rang 17. Doch auch das prozentuale Wahlergebnis von 11,3 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Kirchheim gegenüber 7,7 Prozent im Jahr 2001 könne sich sehen lassen, so die Liberalen bei der Sitzung des Ortsverbands Kirchheim.

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Im Wahlkreis Kirchheim erreichte die FDP in manchen Wahlbezirken fast ein Viertel der Stimmen.

Bestes Ortsergebnis sind 17,5 Prozent in Ohmden. Dass hierzu sowohl landesweit als auch im Wahlkreis die Jungwähler am stärksten beitrugen, macht den Kirchheimer Liberalen Hoffung für künftige Wahlen. Nach Berichten des Statistischen Landesamtes setzte die Wählergruppe zwischen 18 und 29 Jahren am häufigsten ihr Kreuz bei den Liberalen.

Dass Frank Schweizer erneut auf eine Plakatierung im Wahlkampf verzichtet hatte, stieß auf geteilte Meinung. Während Plakatbefürworter die Präsenz des Kandidatenkopfes im Straßenbild während des Wahlkampfes für unabdingbar halten, sind Plakatgegner durch das erneut verbesserte Wahlergebnis ohne Kandidatenplakate vom wiederholten Verzicht überzeugt.

"Wir haben alle werbeempfangenden Haushalte mit einem eigenen Wahlprospekt erreicht und zudem mit dem Banner-Flugzeug für Aufmerksamkeit gesorgt", sagte Frank Schweizer, der auch künftig ohne eigene Wahlplakate Wahlkampf betreiben würde. "Ich halte nichts von Materialschlachten um die Wählergunst. Person und Programm sollten überzeugen."

Für ihn würden auch bei einer erneuten Kandidatur vor allem die Gespräche bei Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und an den Informationsständen im Mittelpunkt der Wahlkampagne stehen.

Die Kosten für den Wahlkampf seien aus Mitteln des Orts- und Kreisverbandes sowie aus Spenden finanziert worden. "Hier im Wahlkreis wird kein Cent an Steuergeldern für den Wahlkampf ausgegeben", sagte Schweizer. Schon alleine aus der Verantwortung gegenüber den Geldgebern seien alle Werbemaßnahmen zudem sparsam angegangen worden.

Zufrieden sind die Liberalen mit dem Ergebnis im Land. Man habe um 2,6 Prozentpunkte zugelegt und die Fortsetzung der Regierungskoalition sei greifbar nahe. Bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen gelte es, eigene Duftmarken zu setzen. Der Flirt zwischen CDU und Grünen bestätige die FDP-Wahlaussage, dass nur Stimmen für die FDP die Fortsetzung der seit zehn Jahren erfolgreichen CDU-FDP-Regierung sichergestellt hätten. "Viele Wähler aus dem Wahlkreis sprechen mich an und sind über das Verhalten von Herrn Oettinger irritiert", berichtete Frank Schweizer. Umso mehr werbe die FDP nun verstärkt um engagierte Mitstreiter aus der politischen Mitte. Unter dem Motto "Wir machen uns stark für die bürgerliche Mitte machen Sie uns stark" soll die Zahl der FDP-Mitglieder im Land die 8000er-Marke übersteigen.

Mit dem Wunsch an Frank Schweizer, dass dieser nach 2001 und 2006 auch für die kommende Landtagswahl für die FDP im Wahlkreis antreten möge, schlossen die Liberalen den Wahlrückblick mit einer positiven Grundstimmung ab.

pm