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Nicht im Sinn der Bürger Die Situation ...

Nicht im Sinn der Bürger

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Die Situation zum Thema Kirchheimer Krankenhaus scheint immer verwirrender zu werden. Zuerst heißt es, dass die Zusammenlegung der Nürtinger und Kirchheimer Gynäkologien und Geburtshilfe im Jahre 2010 geplant sei. Dann wird das plötzlich anders entschieden und die Gynäkologie in Kirchheim wird schon im Juni 2004 gestrichen. Ebenso wird in Kirchheim die Unfall-Chirurgie und die allgemeine Chirurgie wegrationalisiert.

30 000 Bürger und Bürgerinnen in und um Kirchheim signalisieren mit ihrer Unterschrift, dass diese Entscheidung nicht im Sinne des Bürgers ist. Der Verein "Pro Krankenhaus Kirchheim" setzt sich ein, um ein Krankenhaus zu erhalten, das viele Jahre einen sehr guten Ruf hatte und mit dem die Bürger äußerst zufrieden waren. Das Kirchheimer Krankenhaus hatte über Jahre kompetente Chefärzte und eine angesehene Krankenschwesternschule, deren Schließung sich auch auf Arbeits-und Ausbildungsplätze auswirkte.

Im Moment ist ein häufiger Wechsel des Krankenhauspersonals, auch in Chefpositionen zu beobachten, was nicht unbedingt vertrauenserweckend ist. Die Bürger wählen alle paar Jahre politische Vertreter, damit diese die Interessen der Bürger vertreten. Wer genau setzt sich ein für die Interessen der Bürger? Die 30 000 Bürgerstimmen zum Erhalt des Kirchheimer Krankenhauses wurden zwar zur Kenntnis genommen, aber sonst ist nichts passiert. In der ganzen Argumentation steht im Vordergrund, dass "gespart" werden muss. Aber bei einem Krankenhaus geht es doch vor allem um Menschen. Ein Krankenhaus hatte von jeher den Zweck, dass man darin Kinder kriegen kann und versorgt wird, wenn man einen Unfall hatte. Genau das wird in Kirchheim abgeschafft. Stattdessen kommen psychiatrische Betten. Dafür ist anscheinend das Geld da. Dabei wird wiederum vergessen, dass die Bürger viel lieber eine ortsnahe "Grund- und Regelversorgung" haben wollen, als eine Psychiatrie. Meiner Meinung nach sollten sich die politischen Vertreter und Bürger weiterhin dafür einsetzen, dass wir unser "altes" Krankenhaus wiederbekommen. Bisher hat sich die Antwort "Wir müssen uns halt damit abfinden" durchgesetzt. Das ist einfach zu unbefriedigend und nicht im Sinne der Bürgerinteressen. Manuela Bermeitinger Bissingen, Schulstraße

Rentner bekommenkein Krankengeld

Zum Artikel "Rentnern drohen erneut Einbußen", im Teckboten vom 21. September:

In dem Artikel "Rentnern drohen erneut Einbußen" steht, dass der Zuschlag für Krankengeld auch von Rentnern gefordert wird. Wie dort richtig geschrieben wird, bekommen Rentner kein Krankengeld. Wenn ich eine Versicherung abschließe, wird die abgeschlossen, um ein Risiko abzudecken.

In diesem Falle soll aber eine Versicherung für etwas abgeschlossen werden, dass es überhaupt nicht gibt. Auf Deutsch: Es handelt sich um eine Abzocke. Ob dies rechtens ist, müsste von anderer Seite geprüft werden. Alle Rentner sollten dann gegen den Krankengeldabzug auf dem Bescheid Einspruch erheben. Robert Stork Kirchheim, Gießnauweg

Kaffee einzigeBargeldquelle

Zum Artikel "Ratsgremium und Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker boten dem Kirchheimer Weltladen im Kampf um die Pfunde Paroli", im Teckboten vom 27. September:

Angeregt durch die Zeitungslektüre über die "Wiegeaktion für einen fairen Handel", bei der es um fair gehandelten Kaffee geht, möchte ich auf diesem Wege von meinen eigenen Erfahrungen zu diesem Thema berichten.

2003/04 habe ich fünfzehn Monate in einem entlegenen Missionshospital im äußersten Westen Äthiopiens als Narkoseärztin gearbeitet, und dort meine Erfahrungen mit dem Kaffeepreis gemacht. Das Hospital lag in einer ländlichen Gegend, die regelmäßige Regen- und Trockenzeiten hat. Kleine Bauern bearbeiteten ihre kleinen Äcker; der Ertrag reichte gerade zur Ernährung der Familie. Wer irgendwo ein paar Kaffeesträucher anpflanzen konnte, hatte damit die Möglichkeit, durch den Verkauf des Kaffees Ernte war im Dezember zu etwas Bargeld zu kommen, mit dem er nötige, aber aufschiebbare Operationen in unserem Hospital machen lassen konnte. Alle Leistungen des Hospitals mussten bar bezahlt werden. So stieg das Operationsaufkommen im Januar und Februar immer deutlich an, die Bauern konnten ihre Leistenbrüche, Hämorrhoiden und die vielen kleinen Tumoren operieren lassen.

In dem Jahr, als ich dort war, blieb dieser deutliche Ansturm aus. Der Grund dafür war der extrem niedrige Kaffeepreis. Die Bauern bekamen nur noch ein Drittel des Preises des Vorjahres für ihre Kaffeebohnen. Da die Preise vom Weltmarkt diktiert werden, hatten sie keinerlei Chance. So standen sie mit leeren Händen da, und mussten auf die nächste Ernte hoffen. Da Kaffee in dieser Gegend wirklich fast die einzige Möglichkeit war, um zu Bargeld zu kommen, hatte der niedrige Kaffeepreis zur Folge, dass erstens nötige Operationen nicht gemacht werden konnten, und zweitens Geld für die Schule der Kinder fehlte und wenn es nur Hefte und Bleistifte waren, die gekauft werden mussten.

Könnte der "faire Handel" noch ausgeweitet werden, wäre irgendwann auch diesen Bauern und ihren Familien geholfen. Dafür sind wir in der Ersten Welt verantwortlich. Dr. Irmela Eisele

Lindorf, Stegleswiesen

Gesprächspartnerweit vom Schuss

Zum Artikel "Ohmden soll Postfiliale verlieren", im Teckboten vom 1. Oktober:

In was für einer Bananenrepublik leben wir eigentlich? Da wird in Ohmden 2001 die Postfiliale geschlossen, weil sie angeblich nicht mehr wirtschaftlich genug sei. Obwohl der Betrieb eingestellt ist, führt vermutlich eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung schon zwei Monate später zu ihrer sofortigen Wiedereröffnung. Ergo sind drei Fragezeichen hinter jeder so genannten Wirtschaftlichkeitsrechnung der Post wohl glaubwürdiger. 2003 erfolgt dann auf schriftliche Anfrage der Gemeinde die Stellungnahme der Post mit: "Derzeit keine Planungen für eine Veränderung der Postfiliale Ohmden."Und trotzdem jetzt 2004 völlig überraschend eine erneute Kündigung auf Jahresende, weil wirtschaftliche Gründe gegen eine Weiterführung sprächen.

Angebote der Gemeinde, bei Scholderbeck in Ohmden im früheren Gebäude der Kreissparkasse eine Postagentur einzurichten, wurden von der Post kurzerhand ignoriert, also einfach nicht zur Kenntnis genommen. Da geht doch selbst einem braven Normalbürger "das Messer im Hosensack auf". Nun, jeder Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken und nicht am Schwanz. Deshalb ist es kein Wunder, wenn der auf der Postseite zuständige Gesprächspartner für die Gemeinde Ohmden weit ab vom Schuss in München sitzt. Und keiner fragt, wie unsere älteren Frauen und Männer damit fertig werden, die kein Auto mehr fahren können oder nie einen Führerschein besaßen. Also doch Bananenrepublik. Walter Kröner Ohmden, Weitgaßstraße

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