Lokales

"Nicht partnerschaftlich"

Die AOK Neckar-Fils fühlt sich über die Kooperation zwischen der Esslinger Kinderklinik und der Neugeborenen-Abteilung des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses nicht ausreichend informiert und stellt deshalb bis auf Weiteres sämtliche Kostenübernahmen für die Kinderklinik unter Vorbehalt.

AOK-Geschäftsführer Dieter Kress bemängelt, dass weder sein Haus noch die anderen Krankenkassen über den Inhalt der Kooperation, von der man im Übrigen aus der Presse erfahren habe, informiert worden sei: "Dies ist gegenüber einem Vertragspartner wie der AOK, von der der laufende Betrieb des Klinikums Esslingen überwiegend finanziert wird, nicht partnerschaftlich." Zudem sei die Kooperation "krankenhausplanerisch fragwürdig, weil die acht neonatologischen Intensivbetten an der Esslinger Kinderklinik in erster Linie die Versorgung für die Stadt und den Landkreis Esslingen sicherstellen sollen". Kress will nun umfassend unterrichtet werden und die monatlichen Fallzahlen wissen. Ebenso, "wie trotz der kooperationsbedingten Ortsabwesenheit von Ärzten die Kinderklinik Esslingen ihren Versorgungsauftrag für die Stadt und den Landkreis Esslingen sicherstellt".

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Der Esslinger Finanzdezernent Bertram Schiebel betont dazu, "die Kooperation stärkt unser Haus", zeigt aber auch Verständnis dafür, dass die AOK "eine Ausweitung der Fallzahlen und damit eine Kostenausweitung befürchtet". Das sei nicht der Fall, es gehe vielmehr darum, die Fallzahlen zu halten. Was die Personalsituation betreffe, seien für die Kinderklinik 1,7 Personalstellen bewilligt worden.

In die öffentliche Auseinandersetzung über den umstrittenen Führungsstil der Geschäftsführerin des Klinikums hat sich auch der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger eingeschaltet. Wie Roland Karpentier, Pressesprecher der Stadt, erklärte, hält Zieger die Kritik an Cornelia Lindner für überzogen. Er reagiert damit vor allem auf Vorwürfe der SPD-Gemeinderatsfraktion, wonach das Betriebsklima unter Lindners Führungsstil erheblich leide. Die SPD ging so weit, die Gelbe Karte zu ziehen. Zieger fordert Geschäftsführerin wie Personalrat zu einer sachorientierten Zusammenarbeit auf. "Er bedauert, dass die Öffentlichkeit für eine Diskussion über Themen benutzt wird, die intern zu klären sind", so Karpentier. Ihm zufolge lobt Zieger Lindner für ihre "sehr gute Arbeit". Das sei auch Tenor bei der großen Mehrheit des Gemeinderats. Sollte es atmosphärische Probleme geben, so müssten diese intern geregelt werden. Karpentier: "Alles andere schadet dem Klinikum."

ez