Lokales

Nicht wegschauen einmischen

Oft genug geschieht es am helllichten Tag und unter aller Augen mitten in der Fußgängerzone, beim Einkaufen oder in einer belebten Straßenbahn: Ein Mensch wird bestohlen, beraubt, bedroht oder gar zusammengeschlagen.

KREIS ESSLINGEN Viele haben es gesehen, doch die meisten wenden sich einfach ab. So kommen Täter ohne Strafe davon, weil sich Zeugen aus unterschiedlichsten Gründen nicht bei der Polizei melden. "Was geht's mich an?", "Was kann ich schon tun?" und "Gibt es da nicht andere, die für so was zuständig sind?" Es sind immer die gleichen Fragen und Einwände, sich zu rechtfertigen, wenn man Zeuge einer Straftat geworden ist. Viele Straftaten können aber nur mit Hilfe der Bevölkerung verhindert oder aufgeklärt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger Zivilcourage zeigen und in brenzligen Situationen nicht wegschauen, sondern sich einmischen. Dabei muss und soll sich niemand selbst gefährden, schon gar nicht wird Heldentum verlangt. Oftmals genügen nämlich Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzielen. So kann die rechtzeitige Verständigung der Polizei über ein Handy oder lautstarker Protest Schlimmes verhüten.

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Die Polizei gibt sechs praktische Tipps für mehr Sicherheit im Alltag: Helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen; andere aktiv und direkt zur Mithilfe auffordern; genau beobachten und sich Täter-Merkmale einprägen; Hilfe organisieren über Notruf 110; um das Opfer kümmern; sich als Zeuge zur Verfügung stellen.

Die Polizeidirektion Esslingen kooperiert seit Jahren erfolgreich mit Trainern von Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursen im Bereich der Gewaltprävention. Im Selbstbehauptungskurs "Cool sein cool bleiben" werden Jugendlichen und jungen Erwachsenen die richtigen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Sie lernen dabei, wie verschiedene Gefahrensituationen rechtzeitig erkannt und eingeschätzt werden können. Über Kursangebote kann man sich bei der Polizei, Telefon 07 11/39 90 -1 30, informieren.

lp