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Nicht Zynismus,sondern Weitsicht

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Zum Artikel "Wall und Wand zwischen Nägelestal, Milcherberg und A8 Bürger zahlen für weniger Lärm" im Teckboten vom 25. Juli und Leserbrief von Frau Boudgoust "Geniale Lösung" vom 12. August.

Was von Frau Boudgoust als "geniale Lösung" bezeichnet wird, basiert auf einem Missverständnis. Tatsächlich führt die geplante ICE-Trasse unterirdisch an Kirchheim vorbei. Der beim Tunnelbau anfallende Aushub soll sinnvollerweise als Lärmschutzwall parallel zur A8 gleich vor Ort verbaut werden.

Damit ist Kirchheim bis auf 440 Meter im Osten der Gemarkung durch einen Lärmschutzwall "geschützt". Durch dieses große "Fenster" kann der Lärm der A8 aber nach wie vor über die Stadt hinwegfluten. Eine spürbare Lärmminderung wird erst dann erreicht, wenn auch dieses "Fenster" durch eine Lärmschutzwand geschlossen wird. Für den Bund als Träger der Autobahnen besteht dazu keine Verpflichtung, entlang dem Milcherberg oder Nägelestal Lärmschutzmaßnahmen aufzubauen.

Der Bau der Lärmschutzwand ist deshalb Aufgabe der Stadt und ihrer Bürger. Die Wand schützt auch vor dem in den Abendstunden zu beobachtenden Phänomen: Als ob ein Schalter umgelegt wird, schwillt der Lärm an. Das liegt an der nachlassenden Thermik, die es der kalten Luft von der Alb ermöglicht, ins Tal zu fließen und den Schall der A8 über die Stadt zu tragen.

Mit dem Bau der Lärmschutzwand wird sich die Lebensqualität in den "autobahnnahen" Wohngebieten über Generationen hinweg spürbar verbessern. Ich teile deshalb die Ansicht von Herrn Gerber, dass viele Grundstückseigentümer bereit sind, dafür einen Beitrag zu bezahlen. Und das hat mit Zynismus nichts zu tun, sondern mit Weitsicht.

Dietmar Zirn

Am Kegelesbach, Kirchheim