Lokales

Noch ist die Gemeindekasse gut gefüllt

Dunkle Wolken aber schon sichtbar – Haushaltsplan 2009 im Gemeinderat eingebracht

Noch kann die Gemeinde Schlierbach finanziell aus dem Vollen schöpfen. Das wurde bei der Vorstellung des Haushalts 2009 im Gemeinderat deutlich. Die Gemeinde profitiert derzeit von den außergewöhnlich hohen Gewerbesteuereinnahmen. Doch dunkle Wolken sind bereits am Horizont aufgetaucht: Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise wird auch in Schlierbach spürbar werden.

Volkmar schreier

Schlierbach. „Wir haben Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2009 termingerecht eingebracht“, konnte Bürgermeister Paul Schmid in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verkünden. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, die hier vor allem der neue Kämmerer der Gemeinde, Steffen Mayer, der erst seit der Sommerpause im Amt ist, gelöst habe, wie Schmid hervorhob. „Ich habe ihm bereits gleich zu seinem Einstand gesagt, dass der Plan im November fertig sein muss“.

Das Zahlenwerk für das kommende Jahr kann sich durchaus sehen lassen: Der Gesamthaushalt umfasst die Summe von 10,6 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 8,6, auf den Vermögenshaushalt 1,9 Millionen Euro. Die Zuführungsrate wird bei rund 144 000 Euro liegen, die Nettoinvestitionsrate bei immerhin etwa 64 000 Euro. Die Hebesätze bleiben unverändert.

Eine Aufnahme von Krediten ist im kommenden Jahr nicht geplant, dafür aber eine Rücklagenentnahme von immerhin 974 000 Euro. Dadurch, so führte es Schmid bei der Vorstellung der Kennzahlen aus, werde sich der Betrag, den die Gemeinde dann am Ende des kommenden Jahres auf der „hohen Kante“ liegen hat, auf immer noch 3,38 Millionen Euro verringern.

Für das Jahr 2009 hat sich Bürgermeister Schmid ein ambitioniertes Investitionsprogramm vorgenommen. Die angestrebte Sanierung der Kirchheimer Straße wird alleine mit etwa 850 000 Euro zu Buche schlagen und auch die weiteren Arbeiten im Rahmen der Ortskernsanierung werden nicht billig werden.

Auch die Sanierung und der Umbau der Dorfwiesenhalle sollen im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Dafür werden in einem ersten Schritt 50 000 Euro fällig werden; die Verwaltung rechnet hier bereits mit weiteren Kosten im Jahr 2010 in Höhe von etwa 200 000 Euro. Für den Ersatz der vier baufälligen Fußgängerstege über den Schlierbach sind insgesamt 200 000 Euro vorgesehen.

Dennoch sieht der Bürgermeister sorgenvoll in die Zukunft, hängt die aktuell blendende finanzielle Situation der Gemeinde doch eng mit den hohen Gewerbesteuereinnahmen der letzten Jahre zusammen. Schmid geht davon aus, dass die derzeitige Finanzkrise auch in der Gemeinde Schlierbach kräftige Spuren hinterlassen wird. „Ich rechne mit einem Einbruch der Gewerbesteuer und ei­nem Rückgang bei der Einkommensteuer“, so der Rathauschef.

Infolgedessen zeigen sich auch bei der mittelfristigen Finanzplanung dunkle Wolken am Horizont. Denn die hohen Gewerbesteuereinnahmen schlagen mit einer zeitlichen Verzögerung von zwei Jahren voll auf die Umlagen durch, die die Gemeinde abführen muss. Und da die Einnahmen der Gemeinde eher zurückgehen werden, rechnet Kämmerer Mayer schon einmal vor, dass im Jahr 2010 der Vermögenshaushalt den Verwaltungshaushalt ausgleichen muss. „Wir werden im Jahr 2010 wohl nur mit einer Rücklagenentnahme von etwa 1,3 Millionen Euro hinkommen“, so Steffen Mayer.

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