Lokales

"Nordportal" Schopflocher Alb

Die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Technik und Umwelt werden sich im Frühjahr im Alten Lager Münsingen über das geplante Biosphärengebiet informieren lassen. Diesen Vor-Ort-Termin hat die Kreisverwaltung auf Antrag von SPD und FDP zugesagt.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Liberalen im Kreistag baten Landrat Heinz Eininger, über den derzeitigen Stand des Biosphärengebiets "Schwäbische Alb" zu berichten. Außerdem wollte die SPD wissen, ob das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb beim Biosphärengebiet mit von der Partie ist.

"Unser Naturschutzzentrum wird nach dem derzeitigen Stand der Überlegungen für die Organisation der Biosphärenverwaltung als "Nordportal" beziehungsweise als Außeninformationsstelle mitwirken", sagte der Landrat. Bereits im kommenden Jahr fänden in engem Kontakt mit dem "Startteam" der Biosphärenverwaltung Informationsveranstaltungen im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb statt. Dabei seien ein Info-Stand, eine Forumsdiskussion über das geplante Gebiet sowie Besichtigungsfahrten ins Alte Lager nach Münsingen vorgesehen. Auch für den Ausschuss für Technik und Umwelt könne im Frühjahr eine solche Fahrt vom Naturschutzzentrum zum Alten Lager organisiert werden, um sich dort mit dem Startteam zu treffen.

Derzeit umfasst das Plangebiet 30 Gemeinden im Alb-Donau-Kreis sowie in den Landkreisen Reutlingen und Esslingen. Rund 85 000 Hektar sind für das Biosphärengebiet vorgesehen. Die endgültigen Gebietsgrenzen, auch im Hinblick auf die Zonen, sind noch nicht mit allen Gemeinden abgeklärt.

Tendenziell sollen im Landkreis Esslingen nicht nur die Hangschluchtwälder des Albtraufs in das Biosphären-Reservat als Pflege- und Kernzone aufgenommen werden, sondern auch anschließende Obstbaumwiesen und Wiesen, die ohnehin unter Schutz stehen. Die Kreisverwaltung befürchtet jedoch eine Verunsicherung der Bevölkerung in einigen Gemeinden, weil zurzeit auch über Vogelschutzgebiete diskutiert wird. Landrat Eininger: "Es besteht die Gefahr, dass beide Verfahren kommunalpolitisch vermischt werden". Grundsätzlich stünden jedoch alle beteiligten Kommunen im Landkreis dem Biosphärengebiet positiv gegenüber. Mitte Dezember könnten diese mit einer verbindlichen Aussage zur Teilnahme und Gebietsabgrenzung durch das Landwirtschaftsministerium rechnen.

Die Bürgermeister der im Landkreis Esslingen durch das Biosphären-Reservat betroffenen Kommunen trafen sich Ende Oktober mit Vertretern der Regierungspräsidien Tübingen und Stuttgart, um die Gebietsabgrenzung und die Finanzierung zu erörtern. Dabei wurde von Kosten in Höhe von 730 000 Euro gesprochen. 70 Prozent davon würde das Land übernehmen. Die drei Landkreise und 30 Kommunen hätten demnach ab 2011 rund 219 000 Euro zu berappen. Dadurch würde auf die Gemeinden im Landkreis ein jährlicher Finanzierungsbedarf von insgesamt rund 43 000 Euro zukommen, der nach einem noch festzulegenden Schlüssel zwischen dem Landkreis und den Kommunen aufgeteilt werden soll. Doch diesbezüglich ist alles noch in der Schwebe. Bis zu einer endgültigen Entscheidung auf das Jahr 2011 hin bleibt den Verhandlungspartnern noch genügend Zeit, der Weisheit letzten Schluss zu finden.